Marktkommentar: KI ebnet goldenes Zeitalter für Investitionen

Die kommenden zehn Jahre werden mehr Veränderungen bringen als das gesamte vergangene Jahrhundert. Dieser Ansicht ist Brice Prunas, Portfoliomanager des „ODDO BHF Artificial Intelligence“. „Für Anleger dürfte das den Beginn eines goldenen Zeitalters für Investitionen markieren – insbesondere in die Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz und digitale Vermögenswerte eröffnen“, wie er erläutert.

Derzeit befänden wir uns noch in der Aufbauphase der dazugehörigen Infrastruktur. Besonders interessant ist Prunas zufolge dabei das transformative Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin, wo rasante Fortschritte möglich sind und die Lebenserwartung deutlich steigen könnte. Auch der Bereich digitaler Vermögenswerte sei chancenreich, insbesondere durch die zunehmende Vernetzung von Unternehmen über KI und die Nutzung digitaler Währungen für Transaktionen.

Prunas zufolge ist es wichtig zu erkennen, welche Unternehmen in Bezug auf KI ihr Schicksal in den eigenen Händen halten: „Dazu zählen Google, Nvidia, Tesla und OpenAI – Unternehmen, die nicht nur technologisch führend sind, sondern auch ihre eigene Infrastruktur und Modelle kontrollieren.“ OpenAI, das vor sechs Monaten noch mit 300 Milliarden US-Dollar bewertet wurde und nach den im Oktober angekündigten Verträgen mit AMD oder Oracle inzwischen bei 500 Milliarden US-Dollar liege, könnte nach einem Börsengang zu einem Hyperscaler werden. „Paradoxerweise haben Unternehmen wie Microsoft oder Amazon ihr Schicksal nicht selbst in der Hand, da sie nicht über ein eigenes KI-Modell verfügen“, meint Prunas.

Die dunkle Seite der KI

Kritisch sieht er Unternehmen, die KI auf problematische Weise einsetzen – etwa zur Minimierung von Versicherungsleistungen, wie das etwa bei amerikanischen Krankenversicherern zu beobachten ist. Mit Bezug auf KI stellt sich immer wieder auch die Frage hinsichtlich möglicher Risiken. „Natürlich sind die gesellschaftlichen Risiken nicht außer Acht zu lassen“, erklärt Prunas. „In bestimmten Branchen wird die KI Arbeitsplätze ersetzen.“ Die Gefahr, dass KI ein eigenes Bewusstsein entwickelt, hält er kurz- bis mittelfristig allerdings für gering. Viel wahrscheinlicher sei, dass Menschen KI für destruktive Zwecke einsetzen – etwa für Cyberangriffe oder die Verbreitung von Desinformation.

Prunas hält den Vergleich mit 2000, als die Internetblase platzte, für nicht angebracht. „Damals hatten die Unternehmen keinen Umsatz und erst recht keine Gewinne, während KI-Unternehmen heute Cashflows in Milliardenhöhe erzielen“, so Prunas. „Außerdem gibt es heute nur wenige Börsengänge, während Ende der 1990er Jahre jede noch so kleine Website schnell an die Börse gehen wollte.“ Allerdings werde der Ausbau der Infrastruktur langsam sehr kostspielig, und die Cashflows einiger Unternehmen stünden eindeutig unter Druck. „Ich glaube aber nicht, dass die Investitionsströme schnell versiegen werden, denn kein Unternehmen und kein Staat möchte bei KI den Anschluss verpassen“, ist Prunas überzeugt. (DFPA/mb)

Oddo BHF Asset Management ist Teil der im Jahr 1849 gegründeten Oddo BHF, einer deutsch-französischen Finanzgruppe. Die Gruppe ist aus einer französischen familiengeführten Bank und einer auf den Mittelstand ausgerichteten deutschen Privatbank entstanden.

www.oddo-bhf.com

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