Moventum AM: Eskalation am Golf belastet Märkte
Die militärische Zuspitzung zwischen den USA und dem Iran hat die Finanzmärkte spürbar unter Druck gesetzt. Nach US-Angriffen auf iranische Ziele stiegen Rohölpreise kräftig, während Anleger in klassische sichere Häfen auswichen. Das geht aus einer Markteinschätzung der Luxemburger Moventum Asset Management hervor.
Zu Wochenbeginn verteuerten sich Rohöl-Futures um rund acht Prozent, die Nordseesorte Brent kletterte zeitweise auf knapp 82 US-Dollar je Barrel. Hintergrund sind Befürchtungen über Störungen in der Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. Der Tankerverkehr kam dort nach Marktangaben nahezu zum Erliegen. An den Kapitalmärkten setzte eine typische „Risk-off“-Bewegung ein: Aktien-Futures gaben nach, US-Staatsanleihen waren gefragt, ebenso Gold und Silber. Der US-Dollar wertete gegenüber wichtigen Industrieländer-Währungen auf.
Nach Einschätzung der Strategen verfolgt Washington eine Politik der kontrollierten Eskalation mit begrenzten militärischen Mitteln, verschärften Sanktionen und scharfer Rhetorik. Ein groß angelegter Bodeneinsatz der USA gilt demnach als unwahrscheinlich. Für die Märkte problematisch sei jedoch das Fehlen eines klaren Exit-Szenarios, was die Unsicherheit erhöhe.
Als zentrale Variable gilt der Ölpreis. Historisch hätten geopolitische Spannungen in der Region häufig nur kurzfristige Preissprünge ausgelöst, sofern es nicht zu strukturellen Angebotsausfällen komme. Auch diesmal sei das Basisszenario eher ein temporärer Risiko- und Energieaufschlag als ein systemischer Schock für die Weltwirtschaft. Die Förderpolitik der Opec+ sowie alternative Lieferquellen außerhalb der Golfregion könnten stabilisierend wirken.
Zusätzliche Risiken ergeben sich laut Analyse aus der innenpolitischen Lage in den USA. Steigende Energiepreise und Inflationssorgen könnten den Druck auf Präsident Donald Trump erhöhen, insbesondere mit Blick auf anstehende Wahlen. Ein länger anhaltender Konflikt ohne klaren Erfolg wäre politisch riskant.
Für Anleger empfehlen die Strategen, auf taktische Schnellschüsse zu verzichten. Entscheidend bleibe die strategische Asset-Allokation mit breiter Diversifikation über Regionen und Anlageklassen. Rohstoffe und Edelmetalle könnten als Absicherung dienen, Anleihen als Stabilisierungselement. Solange es nicht zu einer nachhaltigen Störung der Energieflüsse oder einer direkten Konfrontation großer Mächte komme, erscheine ein vorübergehender Risikoaufschlag wahrscheinlicher als ein globaler Konjunktureinbruch. (DFPA/abg)
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