Schwellenländer: Aktiv oder passiv?
Schwellenländer (Emerging-Markets, EM) wachsen auch 2025 fast dreimal so schnell wie die Industrieländer. Für 2025 wird vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Zuwachs in den Industrieländern von 1,5 Prozent erwartet (2026: 1,6 Prozent). In den Schwellen- und Entwicklungsländern liege das Tempo dagegen deutlich höher: 4,1 Prozent im Jahr 2025 und 4,0 Prozent 2026, analysiert die Privatbank M.M. Warburg & Co.
Mit sinkendem US-Zinsvorteil fließen mehr Mittel in höher rentierende EM-Anlagen, während die Refinanzierungskosten für Dollar-Schuldner sinken. Zusätzlicher Rückenwind kommt vom schwächeren US-Dollar. Er senkt Finanzierungskosten, stützt Rohstoffpreise und macht so EM‑Märkte für internationale Investoren attraktiver.
Innerhalb der Emerging-Markets zeigt sich ein heterogenes Bild. In China verlangsamt sich das Wachstum weiter. Zwar meldete die Regierung für das erste und zweite Quartal 2025 Zuwächse von 5,4 bzw. 5,2 Prozent, der IWF erwartet für das Gesamtjahr jedoch nur 4,8 und für 2026 sogar nur 4,2 Prozent.
Indien bleibt mit stabilen 6,4 bis 6,5 Prozent jährlichem BIP-Wachstum der dynamische Gegenpol. Die Reformagenda in Land-, Arbeits- und Finanzmarkt sowie eine junge, wachsende Bevölkerung mit einem Medianalter unter 30 Jahren sichern strukturellen Rückenwind.
Lateinamerika profitiert derzeit in mehrfacher Hinsicht von der Rohstoffseite: Hohe bzw. stabile Preise für Agrargüter und Metalle stützen Exporterlöse, Unternehmensgewinne und Staatseinnahmen.
In den Emerging-Markets liege deutlich mehr als die Hälfte der aktiv gemanagten Fonds über den gesamten Zeitraum oberhalb des MSCI EM Index –aktive Manager mit hohem Active Share, klarer Prozessdisziplin und lokaler Präsenz. Dadurch erwartet M.M. Warburg eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, die Benchmark zu übertreffen. (DFPA/ljh)
Die 1798 gegründete unabhängige, mittelständische Privatbank M.M. Warburg & CO (AG & Co.) Kommanditgesellschaft auf Aktien mit Hauptsitz in Hamburg ist eines der ältesten Bankhäuser in Deutschland.