Studie: Energiekrise ist ein Turbo für die Elektromobilität

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der damit verbundene Anstieg des Ölpreises um rund 30 Prozent wirken wie ein Katalysator für die Elektromobilität in Europa. Das zeigt eine aktuelle Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade, die HIER zum Download zur Verfügung steht.

Im ersten Quartal 2026 erreichte der Marktanteil batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) neue Höchststände mit 19 Prozent in der Europäischen Union (EU), 23 Prozent in Deutschland und 28 Prozent in Frankreich. Der kurzfristige Energieschock beschleunigt damit den bereits laufenden Strukturwandel.

„Jede Ölpreiskrise ist ein Turbo für die Elektromobilität - nicht aus Ideologie, sondern aus rein wirtschaftlichem Denken“, sagt Guillaume Dejean, Branchenexperte bei Allianz Trade. „Bei fünf‑ bis sieben Mal niedrigeren Energiekosten spricht die Realität klar für das E‑Auto. Aber ohne Industriepolitik, Netzausbau und Planungssicherheit bleibt der Effekt nicht dauerhaft.“

Für deutsche Verbraucher sei der Kostenimpuls besonders spürbar. Kraftstoffpreise von über zwei Euro pro Liter treffen auf ohnehin stark gestiegene Autokosten: Reparaturen, Wartung und Ersatzteile sind seit 2021 EU-weit um 20 bis 37 Prozent teurer geworden. Laut Studie geben Haushalte in Deutschland inzwischen sieben bis acht Prozent ihres verfügbaren Einkommens allein für die Autonutzung aus – bei einkommensschwächeren Gruppen teilweise sogar über elf Prozent.

„Angesichts der aktuell saftigen Rechnungen an der Zapfsäule gewinnt das Kostenargument pro Elektroauto massiv an Bedeutung“, sagt Dejean. „Der jährliche Energieaufwand für ein E‑Auto liegt deutlich niedriger als bei einem vergleichbaren Verbrenner. Für einen durchschnittlichen Fahrer entsprechen die Einsparungen bei den Energiekosten einem Kaufkraftgewinn von rund vier bis fünf Prozent.“

„Das größte Risiko für die Elektromobilität ist nicht die Nachfrage, sondern die Infrastruktur – Ladepunkte, Netze und Stromerzeugung entscheiden über das Tempo der Transformation“, sagt Hazem Krichene, Senior Klimaökonom bei Allianz Research. „Hinzu kommt, dass gleichzeitig der Druck auf die Stromnetze wächst. Der rasante Ausbau von KI‑Rechenzentren könnte den Stromverbrauch in der EU bis 2030 um fast 65 Prozent erhöhen und direkt mit der Elektromobilität um Netzkapazitäten konkurrieren.“ (DFPA/ljh)

Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900 Mitarbeiter weltweit.

www.allianz-trade.com

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