Kommentar: Private Kreditmärkte stabil – Europa im Fokus institutioneller Anleger
Der Gründer des US-Investmenthauses King Street Capital Management, Brian Higgins, sieht in der wachsenden Bedeutung privater Kreditmärkte keine Gefahr für das globale Finanzsystem – auch nicht aus europäischer Perspektive. „Risiken sind heute viel breiter verteilt. Private Credit ist kein systemisches Risiko“, sagte Higgins im Gespräch mit dem US-Finanz- und Wirtschaftsinformations dienst „Pension & Investments“
King Street, das weltweit rund 29 Milliarden US-Dollar verwaltet, verstärkt seine Präsenz in Europa und bietet europäischen institutionellen Investoren gezielt Kreditstrategien mit differenzierten Währungsoptionen an.
Viele europäische Pensionsfonds zeigten laut Higgins wachsendes Interesse an alternativen Anleihenstrategien, seien aber zunehmend besorgt über mangelnde Liquidität in klassischen Private-Equity-Anlagen. „Die häufigste Frage lautet: Wann bekomme ich mein Geld zurück?“, berichtet Higgins. Da Realisierungen in Private Equity und Venture Capital aktuell vielerorts ausblieben, wachse der Druck auf Asset Manager, neue Lösungen zu bieten. King Street reagiert darauf mit opportunistischen Kreditfonds und maßgeschneiderten Strukturen – unter anderem in Kooperation mit Generali in Europa.
Zudem werde das Währungsrisiko für europäische Investoren relevanter, erklärt Higgins. Viele hätten sich in der Vergangenheit nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesichert – angesichts eines starken US-Dollar wachse nun der Bedarf an alternativen Fondswährungen und Hedging-Lösungen. King Street baue deshalb seine Plattform in Europa gezielt aus.
Auch geopolitisch positioniert sich das Unternehmen breiter: Mit einer Lizenz in Saudi-Arabien und einer Partnerschaft mit der staatlichen SRC will King Street den Aufbau funktionierender Kapitalmärkte in der Golfregion unterstützen – ein Modell, das Higgins auch für strukturschwächere europäische Kreditmärkte für denkbar hält. „Das Potenzial ist enorm. Wir bringen unsere Erfahrungen aus den USA in Märkte ein, die sich gerade öffnen.“
Langfristig setzt King Street auf Erfahrung und Timing. „Unsere Größe erlaubt es uns, alles zu sehen – aber wir müssen nicht alles machen“, so Higgins. In seinem Hedgefondsgeschäft nutzt er Long- und Short-Strategien, um Marktverwerfungen flexibel auszunutzen. Seine Grundregel: „Wenn das Organigramm eines Unternehmens nicht auf eine Seite passt, ist das oft ein Short-Kandidat.“ (DFPA/abg)
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