AfW mahnt Vereinfachung in der Anlageberatung an

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung hat im Rahmen der bis zum 21. Juli geöffneten Konsultation der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zur „Retail Investor Journey“ eine Stellungnahme abgegeben. Ziel der Konsultation ist es, die Beteiligung von Kleinanlegern an den Kapitalmärkten besser zu verstehen und Hürden auf dem Weg zum Investieren zu identifizieren. Der AfW nutzte die praktische Erfahrung seiner Mitglieder aus der Beratung von Kleinanlegern in Deutschland und lieferte Einblicke aus Vermittlersicht.

In seiner Stellungnahme kritisiert der AfW die zunehmende Regulierungsflut der vergangenen zwei Jahrzehnte, die zu einer deutlichen Verkomplizierung der Beratung geführt habe. Trotz aller regulatorischen Bemühungen nehme die Unsicherheit auf Seiten der Kunden nicht ab – im Gegenteil: Die Überinformation durch seitenlange Pflichtdokumente und komplexe Abfragen, etwa zu Nachhaltigkeitspräferenzen, führe in der Praxis dazu, dass viele Kunden abschalten oder sich überfordert zurückziehen.

„Viele regulatorische Anforderungen gehen am Kunden vorbei“, sagt Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des AfW. „Anleger fühlen sich nicht besser geschützt, sondern zunehmend überfordert – und Berater müssen immer mehr Zeit aufbringen, um Formulare zu erklären statt fundiert zu beraten. Die geäußerte Intention der Regulierung ist richtig, aber das Ergebnis ist oft das Gegenteil davon.“

Die ESMA-Konsultation nimmt zentrale Aspekte wie Anlagehürden, Informationsverarbeitung, Finanzbildung und die Wirkung regulatorischer Maßnahmen in den Blick. Der AfW macht in seiner Stellungnahme deutlich, dass fehlendes Vertrauen, mangelnde Finanzbildung und die empfundene Komplexität von Finanzprodukten die größten Hürden für Privatanleger darstellten. Gleichzeitig werde der Zugang zur Beratung zunehmend erschwert – etwa durch Vergütungsdiskussionen oder überbordende Offenlegungspflichten. Ein besonders prägnantes Beispiel ist laut AfW die aktuelle ESG-Abfrage: Die Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen, wie sie aktuell vorgeschrieben ist, sei weder praktikabel noch zielführend. Die Kunden verstehen die abgefragten Kategorien häufig nicht, viele empfinden sie als sinnentleert oder gar störend im Beratungsgespräch, so der AfW. Diese überkomplexe Ausgestaltung konterkariere die ursprüngliche Intention, nachhaltiges Investieren zu fördern.

Der AfW will mit seiner Stellungnahme einen konstruktiven Beitrag dazu leisten, dass mehr Menschen den Weg an die Kapitalmärkte finden – mit verständlicher Beratung und ohne übermäßige regulatorische Hürden. Ziel müsse es sein, dass Anleger sich gut informiert und sicher fühlen, anstatt durch bürokratische Anforderungen abgeschreckt zu werden. Der Verband werde sich weiterhin auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass die Sichtweise unabhängiger Vermittler in Brüssel gehört und berücksichtigt wird. An der Konsultation beteiligten sich 81 Markteilnehmer und Organisationen aus der gesamten EU. (DFPA/mb)

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung ist die berufsständische Interessenvertretung unabhängiger Finanzberater. Der Verband vertritt die Interessen von ca. 40.000 Versicherungsmakler sowie unabhängigen Finanzanlagen- und Immobiliardarlehensvermittler aus über 2.100 Mitgliedsunternehmen.

www.afw-verband.de

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