Impact inmitten der Instabilität
Wie Impact Europe in Osteuropa drei Fonds aufgebaut hat – und warum daraus ein funktionierendes Ökosystem entstehen kann. Ein Gespräch mit Nazareth Seferian, Knowledge Expert beim europäischen Netzwerk Impact Europe für Akteure des wirkungsorientierten Investierens im „Jahrbuch 2025 Impact Investing“.
Eine Bäckerei in Armenien, in der Menschen mit Down-Syndrom arbeiten. Ein Museum in der Ukraine, das blinde Besucher durch die Geschichte ihres Landes führt. Ein Recycling-Start-up in Georgien, das aus Plastikmüll USB-Kabel herstellt. Was wie einzelne Leuchtturmprojekte wirkt, ist in Wahrheit Teil einer Strategie: Impact Investing in Regionen, die von Krieg, Unsicherheit und fragiler Infrastruktur geprägt sind.
Im Rückblick auf fünf Jahre Aufbauarbeit in Armenien, Georgien und der Ukraine bilanziert Nazareth Seferian, Knowledge Expert bei Impact Europe, nüchtern: „Unsere ursprüngliche Absicht war es, durch Experimentieren Strukturen aufzubauen – doch die Realität hat uns gezwungen, immer wieder Brände zu löschen.“ Die Realität, das meint: die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, politische Spannungen in Georgien oder der Konflikt um Bergkarabach.
Von der Vision zur Struktur
Trotz widriger Umstände gelang es, drei operative Impact-Fonds aufzubauen: den VIA Fund in Armenien, den Actio Impact Fund in Georgien und den Ukrainian Social Venture Fund (USVF). Gemeinsam haben sie inzwischen mehr als 90 Sozialunternehmen finanziert, über 250 weitere erhielten nicht-finanzielle Unterstützung. „In allen drei Fällen war entscheidend, dass wir starke Partner vor Ort hatten, die nicht nur fachlich versiert, sondern auch bereit waren, Netzwerke aufzubauen und weiter zu lernen“, sagt Seferian.
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