Im Aktienbereich investieren deutsche Anleger über ETF deutlich internationaler als über andere Publikumsfonds oder Einzeltitel: Fast die Hälfte des Fondsvermögens entfiel zur Jahresmitte 2025 auf Unternehmensbeteiligungen aus den Vereinigten Staaten. Auf der Rentenseite dominieren dagegen mit einem Portfolioanteil von über 60 Prozent Wertpapiere von Emittenten aus der Eurozone. Das zeigt der zweite Teil der Research-Serie des Fondsverbandes BVI zum deutschen ETF-Markt, in dem wir erstmals systematisch analysieren, in welche Regionen, Branchen, Einzeltitel und Faktorprofile deutsche Kunden mit börsengehandelten Fonds anlegen.
Deutsche ETF-Anleger investieren im Aktienbereich global. Der Anteil von US-Unternehmen am ETF-Aktienvermögen betrug zur Jahresmitte 2025 knapp 50 Prozent. Auf Europa entfiel nur etwa ein Drittel der Anlagen, auf Deutschland gerade einmal elf Prozent. Damit unterscheidet sich die geografische Vermögensaufteilung in Aktien-ETFs deutlich von anderen Publikumsfonds. Über alle in Deutschland aufgelegten Produkte hinweg betrug der Anteil US-amerikanischer Titel nur 39 Prozent, wohingegen europäische Aktien 52 Prozent ausmachten. Mehr als jeder fünfte Euro war in Aktien deutscher Unternehmen angelegt.
Diese Vermögensallokation folge daraus, dass viele ETF marktkapitalisierungsgewichtete Indizes abbilden. Entsprechend der Indexlogik fließt ein erheblicher Teil der Anlagen dorthin, wo die wertvollsten börsennotierten Konzerne sitzen – und das sind aktuell überwiegend die USA.
Technologieaktien prägen die ETF-Portfolios
Deutsche ETF-Anleger konzentrieren sich auf einige Sektoren und wenige besonders große Unternehmen. Trotz des höheren Anteils europäischer Aktien folgt die Sektorallokation fast exakt den jeweiligen Anteilen am globalen Aktienmarkt. Technologiewerte vereinen 26 Prozent des gesamten Aktien-ETF-Vermögens auf sich und stellen die größte Einzelgruppe dar. Es folgen Unternehmen aus der Finanzbranche (17 Prozent), Industriewerte (13 Prozent) und zyklische Konsumgüterhersteller (zehn Prozent). Bei den Einzelwerten ist die Konzentration geringer als im globalen Aktienmarkt: Die größten zehn Aktien machten 16 Prozent des Gesamtbestands aus, gegenüber 21 Prozent im MSCI ACWI IMI. Dennoch entfällt auf die so genannten „Magnificent Seven“ – die sieben größten Technologieunternehmen der Welt – mit rund 13 Prozent ein beträchtlicher Teil der ETF-Anlagen deutscher Kunden. Mit einem indirekten Investmentvolumen deutscher ETF-Anleger von fast elf Milliarden Euro steht der Chipkonzern Nvidia per Mitte 2025 an der Spitze. Größter europäischer Titel ist SAP, der mit 5,2 Milliarden Euro und einem Portfolioanteil von 1,6 Prozent auf Rang vier der größten Zielinvestments und damit auf Augenhöhe mit den US-Technologiewerten liegt. (DFPA/mb)
Der deutsche Fondsverband BVI mit Sitz in Frankfurt am Main und Büros in Berlin und Brüssel ist Repräsentant der Investmentbranche in Deutschland. Die 116 Mitglieder des 1970 gegründeten Verbands verwalten rund 4,6 Billionen Euro in Publikumsfonds, Spezialfonds und Vermögensverwaltungsmandaten.