Die digitale Fondsinfrastrukturplattform NaroIQ und die DZ Privatbank haben eine Technologiepartnerschaft für die Auflage und Verwaltung aktiver börsengehandelter Fonds (ETFs) geschlossen. Ziel der Kooperation ist es, das Angebot der Bank im wachsenden Markt für aktive ETFs auszubauen und Fondsinitiatoren einen effizienteren Zugang zu entsprechenden Produkten zu ermöglichen.
Wie die Unternehmen mitteilten, erstreckt sich die Zusammenarbeit auf das Fondsadministrations- und Verwahrstellengeschäft der DZ Privatbank sowie auf deren Tochtergesellschaft IPConcept. Künftig sollen über die gemeinsame Infrastruktur aktive ETFs in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz aufgelegt werden. Die ersten Produkte sollen in den kommenden Monaten an den Markt kommen.
NaroIQ übernimmt dabei als BaFin-reguliertes Fintech die ETF-spezifische technologische Infrastruktur. Dazu zählen unter anderem Schnittstellen und Prozesse zwischen Market Makern, Kapitalverwaltungsgesellschaften und Transfer Agents. Nach Angaben der Partner können bestehende Systeme genutzt werden, ohne dass zusätzliche, kostenintensive ETF-Infrastrukturen aufgebaut werden müssen.
Mit der Erweiterung ihres Angebots reagiert die DZ PRIVATBANK auf die steigende Nachfrage nach aktiven ETF-Lösungen. Nach Unternehmensangaben ist sie das erste Institut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, das ETFs über eine eigene Infrastruktur auflegen wird. Die verwahrten Vermögenswerte (Assets under Custody) der Bank belaufen sich derzeit auf rund 190 Milliarden Euro.
NaroIQ-Mitgründer und Vorstandschef Chris Püllen bezeichnete die Kooperation als wichtigen Schritt für die Digitalisierung des Fondsgeschäfts. Die bestehende Wertschöpfungskette der DZ Privatbank könne erhalten bleiben, während gleichzeitig die Voraussetzungen für die ETF-Emission geschaffen würden.
Hintergrund der Partnerschaft ist das anhaltend starke Wachstum des ETF-Marktes. Nach Daten der Marktforschungs- und Analysehäuser LSEG, Morningstar und ETFGI stieg das in Europa verwaltete ETF-Vermögen 2025 auf rund 2,6 Billionen Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment aktiver ETFs, dessen verwaltetes Vermögen binnen eines Jahres um rund 50 Prozent auf 78,4 Milliarden Euro zunahm. Weltweit wurden 2025 zudem mit 2.759 neuen Produkten so viele ETFs wie nie zuvor aufgelegt. (DFPA/abg)
NaroIQ ist ein 2022 gegründetes Fintech-Unternehmen, das digitale Infrastruktur für die Auflage und Verwaltung von ETFs bereitstellt. Mit einer modularen Technologieplattform und Schnittstellen zu Market Makern, Kapitalverwaltungsgesellschaften und Transfer Agents ermöglicht NaroIQ Fondsanbietern den Einstieg in das ETF-Geschäft, ohne eigene ETF-Infrastrukturen aufbauen oder White-Label-Lösungen nutzen zu müssen. Das Unternehmen ist BaFin-reguliert. Nach Unternehmensangaben wird NaroIQ von europäischen Venture-Capital-Investoren und Fintech-Experten unterstützt.