ESMA: Vertriebs- und Vermittlungskosten machen fast die Hälfte der UCITS-Gesamtkosten aus
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat erstmals eine umfassende Analyse der Gesamtkosten für Investitionen in UCITS- und AIF-Fonds im europäischen Wirtschaftsraum vorgelegt. Demnach entfällt fast die Hälfte der Kosten auf Vertriebs- und Vermittlungsgebühren, während digitale Plattformen deutlich günstigere Alternativen bieten.
Laut dem Bericht der ESMA entfallen 48 Prozent der Gesamtkosten für UCITS-Fonds auf Vertriebskosten, die vor allem durch die dominierende Rolle von Kreditinstituten und Investmentgesellschaften in vielen EU-Mitgliedstaaten getrieben werden. Inducements, also Zahlungen zwischen Fondsanbietern und Vertrieben bei nicht-unabhängiger Beratung, machen bis zu 45 Prozent der laufenden Kosten aus.
Digitale Plattformen und Neo-Broker, die ausschließlich Ausführungsservices anbieten, seien demgegenüber kostengünstiger. Die Untersuchung stützt sich auf eine eigens initiierte Datenerhebung und liefert wichtige Impulse für die aktuelle Debatte zur besseren Kosten-Transparenz für Privatanleger. (DFPA/abg)
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) wurde am 1. Januar 2011 gegründet und hat ihren Sitz in Paris. Sie ist Teil des Europäischen Finanzaufsichtssystems (ESFS) und hat die Aufgabe, das öffentliche Interesse zu schützen, indem sie zur Stabilität und Effektivität des Finanzsystems in der EU beiträgt.