Der European Investment Fund (EIF) plant seinen größten Venture-Capital-Dachfonds Europas, um die anhaltende Finanzierungsschwäche im Technologiesektor zu überwinden. Im Rahmen der zweiten Auflage der „European Tech Champions Initiative“ (ETCI) sollen rund 15 Milliarden Euro von institutionellen Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen und Stiftungen eingesammelt werden.
Der Fonds zielt insbesondere auf strategische Zukunftsbereiche wie Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Klimatechnologien und Verteidigung ab. Gemeinsam mit der European Investment Bank (EIB) hat der EIF bereits 1,25 Milliarden Euro an Eigenmitteln zugesagt. Parallel dazu plant die EIB den Ausbau ihres bestehenden Verteidigungsfonds zur Förderung von Cybersecurity- und Rüstungsprojekten.
Mit einem angestrebten Gesamtvolumen von bis zu 15 Milliarden Euro wäre ETCI 2 mehr als dreimal so groß wie das Vorgängerprogramm. Ziel ist es, insgesamt Investitionen von bis zu 80 Milliarden Euro zu mobilisieren und damit eine geschätzte jährliche Finanzierungslücke von rund 70 Milliarden Euro im Vergleich zu den USA zu schließen.
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Kapitalaufnahme europäischer Venture-Capital-Fonds deutlich unter Druck steht. Im vergangenen Jahr fiel das eingesammelte Kapital laut Marktdaten auf den niedrigsten Stand seit 2014, und auch 2026 zeichnet sich bislang eine schwache Entwicklung ab.
Mit der Initiative will die EU ihre technologische Souveränität stärken und den Rückstand gegenüber den USA insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz verringern. (DFPA/abg)
Der 1994 gegründete European Investment Fund ist ein Mezzanin-Investor mit Hauptsitz in Luxemburg. Das Unternehmen bietet Finanzierungen in den Bereichen Fremdkapital, Venture Capital (Früh- und Spätphase), Mezzanin, wachstumsorientiertes Private Equity sowie Secondaries. Der Fokus liegt auf Branchen wie Gesundheitswesen, Energie, Materialien, Rohstoffe, Industrie, Life Sciences, Onkologie, Fintech, Finanzdienstleistungen und Cybersicherheit.