Scope-Analyse: Rüstungsfonds im Aufwind
Das Interesse an Themenfonds mit Fokus auf Sicherheit und Verteidigung ist deutlich gewachsen. Mittlerweile können Anleger aus 20 Fonds auswählen, die in Aktien von Rüstungsunternehmen investieren. Die meisten Produkte sind passive ETFs, fünf werden aktiv gemanagt. Die Fonds verwalten laut Studie des Analyseunternehmens Scope ein Vermögen von insgesamt 13,3 Milliarden Euro.
Das Produktsegment ist noch jung: Erst im März 2023 kam der erste Rüstungsfonds auf den Markt. Seitdem hat sich das Angebot spürbar erweitert: Zunächst wurden bis Ende Februar 2025 acht Rüstungsfonds mit globaler Ausrichtung aufgelegt. Hervorzuheben sind der „VanEck Defense ETF“ und der „HANetf Future of Defense ETF“, die sich laut Scope mit einem verwalteten Vermögen von 5,8 Milliarden Euro und 2,4 Milliarden Euro als Schwergewichte etabliert haben.
In den sechs Monaten von Ende Februar bis Ende August 2025 wurden zwölf weitere Fonds aufgelegt – elf davon mit Schwerpunkt auf europäischen Verteidigungsunternehmen, einer mit Fokus auf den indopazifischen Raum. Ins Auge falle der „WisdomTree Europe Defense ETF“, der sich als erster ETF mit Europa-Ausrichtung positionierte und innerhalb weniger Monate ein Volumen von drei Milliarden Euro erreicht hat. Unter den aktiv gemanagten Fonds fallen laut Analyse der „Deka-Security and Defense“ und der „LBBW Sicher Leben“ mit Volumina von rund 330 Millionen Euro und 120 Millionen Euro als größte Produkte auf.
Wie bei thematischen Investmentstrategien üblich, kommt es bei den Top-10-Positionen der Portfolios zu großen Überschneidungen – insbesondere bei Unternehmen mit hoher thematischer Relevanz und Pure-Play-Charakter. Aktuell finden sich sechs Unternehmen – Rheinmetall, BAE Systems, Rolls-Royce, Thales, Saab und Leonardo – in den Top 10 von mehr als der Hälfte der analysierten Rüstungsfonds. Des Weiteren sind neun Unternehmen – Safran, Airbus, RTX, Palantir, GE Aerospace, Hensoldt, Boeing, Babcock International und Kongsberg Gruppen – bei 20 Prozent bis 50 Prozent der analysierten Rüstungsfonds in den Top 10.
Trotz der Überschneidungen zeige sich: Den klassischen „Rüstungsfonds“ gibt es nicht. Die Strategien innerhalb des Segments unterscheiden sich deutlich – sei es hinsichtlich regionaler Ausrichtung, Titelselektion oder technologischer Schwerpunkte. Einige Produkte setzen auf pure Rüstungstitel, andere kombinieren Verteidigung mit Cybersecurity, Luft- und Raumfahrt oder Sicherheitsinfrastruktur.
Aufgrund der kurzen Historie der Rüstungsfonds liegen nur eingeschränkt Kennzahlen vor. Kein Produkt in diesem Segment verfügt über eine dreijährige Historie. Mit dem „VanEck Defense UCITS ETF“, dem „HANetf Future of Defence ETF“ und dem „iShares Global Aerospace & Defence ETF“ stehen zumindest drei Fonds zur Verfügung, deren Performance über einen Zeitraum von zwölf Monaten vergleichbar ist. Mit Wertentwicklungen von 62,5 Prozent, 49,2 Prozent und 35,1 Prozent (Stand: 2. September 2025) konnten sie den MSCI World deutlich hinter sich lassen, der im gleichen Zeitraum nur um 8,5 Prozent zulegte. (DFPA/mb)
Die Scope Analysis GmbH ist Teil der Scope Group, mit Sitz in Berlin. Die Scope Analysis GmbH ist spezialisiert auf die Analyse und Bewertung von Asset-Management-Gesellschaften, Zertifikateemittenten sowie Mutual Funds und alternativen Investmentfonds aus den Bereichen Immobilien, Schiff- und Luftfahrt, Erneuerbare Energien und Infrastruktur.