Vatikanbank legt katholisch ausgerichtete Aktienindizes auf
Das vatikanische Geldinstitut Istituto per le Opere di Religione (IOR) hat zwei neue Aktien-Benchmarks vorgestellt, die vollständig an katholischen Ethikprinzipien ausgerichtet sind. Die Indizes wurden in Zusammenarbeit mit Morningstar Indexes entwickelt und sollen künftig als Referenzmaßstab für katholisch geprägte Investments weltweit dienen.
Die neuen Indizes tragen die Namen „Morningstar IOR Eurozone Catholic Principles“ und „Morningstar IOR US Catholic Principles“. Sie umfassen jeweils 50 mittelgroße und große Unternehmen aus der Eurozone beziehungsweise den USA. Nach Angaben des IOR entsprechen sie vollständig der hauseigenen Investment Policy, die sich an der Soziallehre der Kirche orientiert.
Mit der Einführung wolle das Institut die Übereinstimmung seiner Anlageprozesse mit katholischen Wertmaßstäben weiter stärken, hieß es. Die Benchmarks sollen nicht nur die Titelauswahl, sondern auch Messung, Bewertung und Berichterstattung der Anlageergebnisse transparenter und stringenter machen.
IOR-Vizegeneraldirektor Giovanni Boscia erklärte, die neuen Indizes seien ein weiterer Schritt hin zu international anerkannten Finanzstandards bei gleichzeitiger strikter Beachtung kirchlicher Prinzipien. Morningstar betonte, die regelbasierte Methodik ermögliche eine konsistente und objektive Umsetzung werteorientierter Kriterien. (DFPA/abg)
Den vollständigen Report finden Sie hier.
Das Istituto per le Opere di Religione (IOR), 1942 von Pius XII gegründet und zuletzt unter Franziskus grundlegend reformiert, ist die einzige vatikanische Einrichtung mit Zulassung für professionelle Finanzgeschäfte im Staat der Vatikanstadt. Das Institut erbringt weltweit Finanz- und Zahlungsdienstleistungen ausschließlich für Einrichtungen der katholischen Kirche und orientiert sich dabei an internationalen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie an der katholischen Soziallehre. Es unterhält keine Niederlassungen oder Tochtergesellschaften und verwendet seine Gewinne für religiöse und karitative Zwecke. Zum 31. Dezember 2024 beliefen sich die Kundeneinlagen auf 5,7 Milliarden Euro.