Afrikas Markt für Wagniskapital (Venture Capital, VC) setzt seinen Abwärtstrend fort: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 wurden laut dem Research-Unternehmen PitchBook VC-Deals im Gesamtwert von lediglich 643 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Damit liegt das Investitionsvolumen deutlich unter dem Vorjahreswert von über 1,5 Milliarden US-Dollar.
Auch die Anzahl der Transaktionen geht weiter zurück. Mit bisher 171 abgeschlossenen Deals steuert der Kontinent auf das dritte Jahr in Folge mit rückläufiger VC-Aktivität zu – weit entfernt vom Rekordjahr 2022, in dem afrikanische Start-ups über 3,1 Milliarden US-Dollar einsammeln konnten.
Während sich das Interesse internationaler Kapitalgeber abschwächt, rückt lokales Kapital stärker in den Fokus. So hat Ghana kürzlich seine Pensionsfonds verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Mittel in heimische VC- und Private-Equity-Fonds zu investieren – ein Schritt, der bereits in Nigeria praktiziert wird. Der Anteil später Finanzierungsrunden an den VC-Deals ist zudem gestiegen und lag zur Jahresmitte bei 44 Prozent.
Die Märkte in Ägypten, Nigeria, Kenia und Südafrika dominieren weiterhin das Geschehen. Zusammen vereinen sie rund 70 Prozent aller VC-Transaktionen und über 85 Prozent des investierten Kapitals auf dem Kontinent. (DFPA/abg)
PitchBook ist ein US-amerikanisches Finanzdaten- und Analyseunternehmen, das sich auf Private Equity, Venture Capital, Mergers [&] Acquisitions (M[&]A) und andere Bereiche der privaten Kapitalmärkte spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und gehört seit 2016 zur Morningstar Inc., einem großen Anbieter von Finanzinformationen und Investmentanalysen.