An den Top-7-Märkten für Industrie- und Logistikimmobilien dämpften die konjunkturbedingt schwache Geschäftslage und weitreichende Verunsicherung 2024 die Flächennachfrage und die Budgets der Nutzer. Der Top-7-Flächenumsatz stieg insgesamt nur marginal: Mit rund 1,97 Millionen Quadratmeter lag er etwa 1,4 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Das meldet das Gewerbeimmobiliennetzwerk German Property Partners (GPP).
Das Top-7-Transaktionsvolumen (TAV) für Industrie- und Logistikimmobilien stieg im Vorjahresvergleich um etwa 18 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. Erhebliche Beiträge hierzu lieferten große Portfoliotransaktionen in Berlin und Frankfurt sowie die Verkäufe großer Industrieareale in Düsseldorf. „Industrie- und Logistikimmobilien gehörten 2024 erneut zu den bevorzugten Assetklassen vieler institutioneller Investoren. Das Transaktionsvolumen erreichte fast wieder den fünfjährigen Mittelwert, wenngleich sich einige Investoren noch zurückhalten“, kommentiert Björn Holzwarth, Sprecher von GPP.
Vermietungsmarkt: Angebotsverknappung und Nachfragerückgang
In mehreren Top-7-Märkten, vor allem in Hamburg, Stuttgart und München, war ein deutlicher Mangel an großflächigen und modernen Logistikimmobilien spürbar. Neben dem Nachfragerückgang limitierte daher an diesen Standorten auch eine Angebotsverknappung den Flächenumsatz. Hingegen kam es in Düsseldorf und Köln zu merklichen Angebotsausweitungen durch Leerstände und Untervermietungsangebote. In Stuttgart (minus 21 Prozent auf 125.300 Quadratmeter), Berlin (minus 15 Prozent auf 284.440 Quadratmeter) und Hamburg (minus 14 Prozent auf 250.000 Quadratmeter) ging der Flächenumsatz im Vorjahresvergleich deutlich zurück. Einzelne großvolumige Anmietungen und Eigennutzermaßnahmen sorgten jedoch für große Umsatzsteigerungen in Köln (plus 62 Prozent auf 380.000 Quadratmeter) und München (plus 40 Prozent auf 238.600 Quadratmeter). Den höchsten Flächenumsatz im Top-7-Vergleich von 410.600 Quadratmeter realisierte Frankfurt.
Die Spitzen- und Durchschnittsmieten legten in den meisten Märkten leicht zu. Im Kölner Stadtgebiet sank die Spitzenmiete aufgrund nur weniger Anmietungen in Neubauten jedoch um fast zwölf Prozent auf 7,50 Euro pro Quadratmeter monatlich. Die deutlichsten Anstiege der Durchschnitts- und Spitzenmieten erfasste GPP in München. Dort zahlten Unternehmen auch die höchsten Mieten im Top-7-Vergleich.
Transaktionsvolumen: Stärkster Anstieg in Hamburg
Das Transaktionsvolumen für Industrie- und Logistikobjekte stieg in Hamburg um mehr als das Doppelte auf 620 Millionen Euro (plus 153 Prozent). Die Hansestadt erzielte damit das höchste Ergebnis der Top-7-Städte. Die Spitzenrenditen stiegen in Berlin, Frankfurt und Stuttgart leicht an, sodass sie an allen Top-7-Standorten zwischen 4,40 Prozent und 4,60 Prozent lagen. Entsprechend stieg die Top-7-Spitzenrendite minimal um 0,04 Prozent-Punkte auf 4,49 Prozent.
Auch 2025 dürften Industrie- und Logistikimmobilien als Assetklasse im Fokus der Investoren bleiben. Mit sinkenden Kaufpreisen werde nicht mehr gerechnet, sodass ein höheres Investmentvolumen wahrscheinlich sei. Aufgrund der Schwierigkeiten auf dem Entwicklermarkt könnte die Versorgung des Investmentmarkts mit Neubauprojekten allerdings eine Herausforderung sein. (DFPA/mb1)
German Property Partners (GPP) ist ein deutschlandweites Netzwerk lokal führender Gewerbe-Immobiliendienstleister. Dazu gehören Grossmann [&] Berger, Anteon Immobilien, Greif [&] Contzen Immobilien, Blackolive und E [&] G Immobilien.