Analysten mahnen strengere Prüfung von Evergreen-Fonds an
Die Liquidität von Evergreen- und Interval-Fonds rückt zunehmend in den Fokus von Investoren und Analysten. Jüngste Fälle aus dem US-Markt zeigen nach Einschätzung von Experten des US-amerikanischen Analysehauses PitchBook, dass unzureichendes Liquiditätsmanagement erhebliche Risiken für Anleger bergen kann.
Auslöser der Debatte ist unter anderem der US-Immobilienfonds Bluerock Total Income + Real Estate Fund, der Ende 2025 wegen Liquiditätsproblemen sein Interval-Fonds-Modell aufgab und in einen börsennotierten Closed-End-Fund umgewandelt wurde. Zwar konnten dadurch Rückgaben abgewickelt werden, allerdings notieren die Anteile seither mit deutlichen Abschlägen auf den Nettoinventarwert, was bei vielen Investoren zu nicht realisierten Verlusten führte. Auch bei Blue Owl habe es zeitweise Überlegungen gegeben, ein nicht börsennotiertes Vehikel mit einem gelisteten Fonds zu verschmelzen, um Liquiditätsdruck zu begegnen – ein Schritt, der nach Kritik von Anlegern verworfen wurde.
Vor diesem Hintergrund fordern Analysten eine deutlich vertiefte Due Diligence bei Evergreen-Fonds. Neben der Investmentperformance müsse insbesondere die Steuerung der Liquidität geprüft werden, etwa durch Analyse von Rücknahmebedingungen, verfügbaren Liquiditätsquellen und Governance-Strukturen. Klassische Prüfungsansätze reichten dafür oft nicht aus und müssten um fondspezifische Aspekte wie laufende Bewertungen, den Einsatz von Secondaries und potenzielle Interessenkonflikte ergänzt werden. (DFPA/abg)
Den vollständigen Report dazu finden Sie hier.
PitchBook ist ein US-amerikanisches Finanzdaten- und Analyseunternehmen, das sich auf Private Equity, Venture Capital, Mergers & Acquisitions (M&A) und andere Bereiche der privaten Kapitalmärkte spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und gehört seit 2016 zur Morningstar Inc., einem großen Anbieter von Finanzinformationen und Investmentanalysen.