Die Renditen langlaufender Staatsanleihen steigen weiter und sorgen an den Märkten für Nervosität. Auslöser sind laut der BNP Paribas Asset Management anhaltende Inflationssorgen, hohe Staatsdefizite und Zweifel an der Fiskalpolitik großer Volkswirtschaften. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte zuletzt den höchsten Stand seit 19 Jahren.
Vor allem höhere Energiepreise und wachsende Staatsschulden treiben die Erwartungen steigender Zinsen. Anleger verlangen deshalb höhere Risikoaufschläge. Zugleich mehren sich Sorgen, dass steigende Finanzierungskosten Aktienmärkte und Staatsfinanzen belasten könnten. Marktbeobachter verweisen jedoch darauf, dass die höheren Renditen auch eine Rückkehr zur historischen Normalität darstellen.
In den USA lag die Inflation im April bei 3,8 Prozent, die Produzentenpreise stiegen um 6,0 Prozent. Gleichzeitig nehmen die Haushaltsdefizite zu. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in Europa und Großbritannien. Dort geraten Staatsanleihen zusätzlich unter Druck, weil Anleger eine lockerere Fiskalpolitik und steigende Ausgaben befürchten.
Trotz der Unsicherheit bleibt die Nachfrage nach Staatsanleihen hoch. Jüngste Auktionen in Großbritannien und den USA verliefen ohne Probleme. Neue US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit bieten inzwischen Coupons von rund fünf Prozent.
Analysten sehen darin eine Fortsetzung der Zinsnormalisierung nach Jahren extrem niedriger Renditen. Während die Gesamterträge von Anleihen seit 2020 schwach ausfielen, verbessern sich die laufenden Ertragschancen deutlich. Vor allem für langfristig orientierte Anleger seien Anleihen wieder attraktiver geworden.
Kurzfristig bleiben die Risiken jedoch hoch. Weitere Inflationsschübe oder Zweifel an der Tragfähigkeit der Staatsfinanzen könnten die Renditen weiter steigen lassen und die Märkte belasten. (DFPA/abg)
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BNP Paribas Asset Management (BNPP AM) ist die Investmentsparte von BNP Paribas, einer führenden Bankengruppe in Europa mit internationaler Präsenz. BNPP AM verwaltet per 31. März 2023 Vermögen in Höhe von 526 Milliarden Euro (641 Milliarden Euro unter Verwaltung und Beratung) und beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter in mehr als 30 Ländern.