Apollo-Chef warnt vor weltweiter Rentenkrise

Der Vorstandschef des US-Investmenthauses Apollo Global Management, Marc Rowan, hat vor einer globalen Krise bei den Alterseinkommen gewarnt. „Wir stehen weltweit vor einer Renteneinkommenskrise“, sagte Rowan am Dienstag bei der Vorstellung der Quartalszahlen des US-Finanzkonzerns. Eine leicht höhere Rendite auf Altersvorsorgevermögen könne nicht nur geringfügige, sondern „50 bis 100 Prozent bessere Ergebnisse“ für die Sparer bedeuten.

Apollo, einer der weltweit führenden Anbieter alternativer Investments, sieht sich laut Rowan in einer Schlüsselrolle. „Wir glauben, dass wir hier einen Beitrag leisten können“, so der CEO. Als Vorbilder nannte er die Rentensysteme in Australien, Israel, Mexiko und Chile, in denen private Anlageformen längst in Altersvorsorgeportfolios integriert seien.

Mit Blick auf den US-Markt kündigte Rowan an, dass Apollo noch in diesem Jahr mit ersten Produkten in den Markt der betrieblichen Altersvorsorge – insbesondere 401(k)-Pläne – einsteigen werde. Der Zugang erfolge dabei voraussichtlich indirekt über Zielfonds („Target-Date Funds“) oder über etablierte Vermögensverwalter. Ziel sei es, private Anlagen wie Private Credit oder Infrastrukturinvestments in langfristige Portfolios zu integrieren.

Hürden sieht Rowan vor allem im regulatorischen Umfeld. Neben technischen Herausforderungen beim Reporting sei insbesondere die Klagefreudigkeit ein Problem: „Planverantwortliche greifen oft zu den billigsten Produkten, aus Angst vor rechtlichen Risiken – nicht zu denen mit der besten Netto-Rendite“, sagte Rowan. Nötig sei mehr Rechtssicherheit, vor allem bei der Integration garantierter lebenslanger Einkommen in bestehende Altersvorsorgestrukturen.

Apollo meldete unterdessen starke Geschäftszahlen: Das verwaltete Vermögen stieg zum 30. Juni auf den Rekordwert von 840 Milliarden US-Dollar – ein Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im zweiten Quartal verbuchte der Konzern Nettozuflüsse von 44,1 Milliarden Dollar, vor allem aus dem Bereich Asset Management und Altersvorsorge. Die Plattform zur Kreditvergabe erzielte mit 81 Milliarden Dollar ein Rekordquartal bei Neuabschlüssen. Bis 2029 will Apollo jährlich über 275 Milliarden Dollar an neuen Kreditgeschäften generieren. (DFPA/abg)

Apollo Global Management ist ein US-amerikanisches Private-Equity-Unternehmen mit Sitz in Purchase, New York. Das Unternehmen wurde 1990 gegründet und verfolgt eine aktive Exit-Strategie über die Kapitalmärkte. Dabei setzt das Management auf frühzeitige IPO-Vorbereitung, flexible Strukturierung und gezielte Monetarisierung seiner Portfoliounternehmen.

www.apollo.com

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