Nach Kürzungen internationaler Entwicklungshilfe steht Asien vor der Herausforderung, eigene Finanzquellen zu erschließen, um privates Kapital für Impact Investments zu mobilisieren. Beim AVPN-Kongress 2025 diskutierten führende Vertreter aus Finanzwirtschaft, Philanthropie und Politik Wege, um die regionale Wirkungskapital-Landschaft zu stärken.
Um die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, müsste Asien jährlich rund 1,5 Billionen US-Dollar investieren. Bisher stammen zwei Drittel des sogenannten „katalytischen Kapitals“ – also risikofreudigen oder niedrig verzinsten Geldern, die private Investoren anziehen sollen – von Entwicklungsagenturen wohlhabender Länder. Diese Mittel gehen jedoch zurück, seit Programme wie jene der US-Behörde USAID gestrichen wurden.
Vikas Arora, Chief Impact Investing Officer bei AVPN, dem größten asiatischen Netzwerk für Sozialinvestoren, betonte, es gebe „keinen Mangel an Kapital, aber einen Mangel an bankfähigen Impact-Projekten“. Laut ihm könnten philanthropische Akteure und Family Offices eine zentrale Rolle übernehmen, wenn sie bereit seien, vorübergehend höhere Risiken zu tragen.
AVPN-Chefin Naina Subberwal Batra warnte indes, philanthropisches Geld dürfe nicht die Risiken privater Investoren absichern: „Philanthropisches Kapital muss dorthin fließen, wo sonst niemand investiert.“ Dennoch zeige sich ein Wandel – immer mehr asiatische Fondsmanager sammelten Kapital direkt in der Region, was vor fünf Jahren kaum denkbar war.
Hintergrund: Netzwerke wie AVPN und Convergence versuchen derzeit, vermögende Familien und Stiftungen in Asien stärker in wirkungsorientierte Finanzierungen einzubinden, um die Basis für eine regionale Impact-Investing-Infrastruktur zu schaffen. (DFPA/abg)
AVPN ist das größte Netzwerk sozialer Investoren in Asien. AVPN ermöglicht die Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern, Family Offices, Stiftungen und dem Privatsektor, um die Wirkung und den Fluss des Kapitals zu erhöhen, das zur Schließung von SDG-Lücken in Asien eingesetzt wird.