Der schottische Asset Manager Baillie Gifford sieht die Analyse von Unternehmenskultur als entscheidenden Erfolgsfaktor für Investoren. Besonders Gründer-geführte Unternehmen böten nach Einschätzung des Hauses überdurchschnittliche Chancen, da deren Vision und Werte tief in die DNA der Organisation eingebettet seien.
Beispiele sind CoStar und Shopify. CoStar-Gründer Andy Florance habe es geschafft, das traditionell fragmentierte Immobiliengeschäft in den USA durch gezielte Zukäufe – darunter Apartments.com und Homes.com – in ein integriertes Plattformmodell zu überführen. Trotz kurzfristiger Skepsis am Markt setze Baillie Gifford auf die langfristige Strategie des Managements. Shopify wiederum habe unter Gründer Tobi Lütke erfolgreich den Kurs von Logistik-Investments auf Künstliche Intelligenz umgelenkt. Die schnelle Einführung generativer KI-Tools spiegele die Anpassungsfähigkeit der Unternehmenskultur wider.
„Die besten Gründer denken in Jahrzehnten, nicht in Quartalen“, heißt es in der Analyse. Das ermögliche mutige Entscheidungen, die kurzfristig unpopulär sein könnten, langfristig aber Wettbewerbsvorteile sicherten. Für Investoren seien solche „kulturellen Architekten“ gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und technologischem Wandel besonders attraktiv. (DFPA/abg)
Die 1908 gegründete Investmentgesellschaft Baillie Gifford hat ihren Hauptsitz in Edinburgh mit Büros in New York, Hongkong, Dublin, Polen, London und Frankfurt.