Barings: CLO-Markt 2026 verlangt mehr Selektivität
Der Markt für Collateralized Loan Obligations (CLOs) geht mit stabilen Fundamentaldaten, aber zunehmender Differenzierung ins Jahr 2026. Angesichts enger Spreads und wachsender Streuung bei der Kreditqualität sei eine selektive Positionierung entscheidend, schreibt Adrienne Butler, Head of Global CLOs beim Vermögensverwalter Barings, in einem aktuellen Marktkommentar.
Collateralized Loan Obligations (CLOs) sind strukturierte Kreditverbriefungen. Vereinfacht gesagt bündeln sie eine Vielzahl von Unternehmenskrediten – meist sogenannte Leveraged Loans an Unternehmen mit höherem Verschuldungsgrad – und refinanzieren diese über die Emission von Wertpapieren mit unterschiedlichem Risiko- und Renditeprofil. Institutionelle Investoren schätzten weiterhin variabel verzinste CLO-Tranchen, insbesondere vor dem Hintergrund unsicherer Zinssenkungsperspektiven. Die Nachfrage von Versicherern, Banken, ETFs und globalen Wealth-Kanälen stütze die Anlageklasse. Gleichzeitig bewegten sich die Risikoaufschläge nahe jüngster Tiefstände, während sich die Performance der zugrunde liegenden Unternehmenskredite stärker auseinanderentwickle.
Die Fundamentaldaten des Leveraged-Loan-Marktes gelten laut Barings als weitgehend stabil. Viele Emittenten hätten Laufzeiten verlängert und ihre Liquidität gesichert. Allerdings zeigten sich sektorale Belastungen, etwa in der Chemiebranche oder bei Unternehmen unter technologischem Wettbewerbsdruck. Herabstufungen in den CCC-Bereich hätten zugenommen, blieben jedoch konzentriert und nicht systemisch.
Technische Faktoren wirkten unterstützend. Hohe Emissionstätigkeit, Reinvestitionsströme zu Jahresbeginn sowie Reset- und Refinanzierungsaktivitäten hätten Portfolios neu ausgerichtet. Manager nutzten diese, um schwächere Positionen abzubauen, was zu größerer Performance-Streuung innerhalb des Marktes geführt habe.
Chancen sieht Butler vor allem im oberen Teil der Kapitalstruktur. AAA- und AA-Tranchen böten weiterhin attraktiven Carry und starke strukturelle Schutzmechanismen bei robuster Nachfrage. Auch ausgewählte Mezzanine-Tranchen – etwa Single-A- und BBB-Papiere in den USA sowie AA- und A-Tranchen in Europa – böten interessante Risikoaufschläge. Im unteren Segment, insbesondere bei BB- und Equity-Tranchen, sei angesichts steigender idiosynkratischer Risiken jedoch eine sorgfältige Kredit- und Managerselektion erforderlich.
Wachstumspotenzial erkennt Barings zudem bei spezialisierten Strukturen wie Middle-Market- und Infrastruktur-CLOs. Diese ermöglichten Zugang zu diversifizierten Kreditportfolios etwa im Bereich Energie- oder Digitalinfrastruktur.
Für 2026 rechnet der Vermögensverwalter mit anhaltender Volatilität, aber weiterhin solider Nachfrage. Entscheidend seien disziplinierte Kreditanalyse und aktive Portfoliosteuerung, um in einem selektiveren Marktumfeld stabile Erträge zu erzielen. (DFPA/abg)
Die Investmentgesellschaft Baring Asset Management (Barings) ist eine Tochtergesellschaft des US-Lebensversicherers Mass Mutual. Das 1762 gegründete Unternehmen mit Sitz in London bietet Portfoliomanagement in allen Assetklassen für alle wichtigen Investmentmärkte weltweit. Barings verwaltet für private und institutionelle Anleger ein Vermögen in Höhe von 481 Milliarden US-Dollar. (Stand: 30. September 2025)