Sinkende Kosten, langfristige Verträge und der wachsende Anteil erneuerbarer Energien machen Batteriespeicher zunehmend für Infrastrukturinvestoren interessant. Nach Einschätzung von PGIM wandeln sich Batteriespeichersysteme von einer technischen Ergänzung zu einer eigenständigen Anlageklasse.
Zwischen 2010 und 2024 sanken die Installationskosten von Batteriespeichern demnach um 93 Prozent auf 197 US-Dollar je Kilowattstunde. 2025 gingen die Preise für schlüsselfertige Systeme nochmals um 30 Prozent zurück.
Vor allem die Kombination von Solar- und Batteriespeichern gewinnt an Bedeutung. Der Einsatz solcher Anlagen wuchs zwischen 2020 und 2025 im Schnitt um rund 70 Prozent pro Jahr. Speicher können überschüssigen Strom bei niedrigen Preisen aufnehmen und bei höherer Nachfrage wieder abgeben. Damit lassen sich die Folgen schwankender Einspeisung und negativer Strompreise abmildern.
Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr 573 Stunden mit negativen Strompreisen. In Spanien verdoppelte sich die Zahl, Frankreich kam auf mehr als 500 Stunden. Nach Berechnungen der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) sind die Kosten für verlässlich verfügbaren Strom aus Solar- und Batteriesystemen in den vergangenen fünf Jahren um nahezu die Hälfte gesunken. In Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung liegen sie demnach bei 54 bis 82 US-Dollar je Megawattstunde.
Für Investoren entscheidend ist laut PGIM jedoch die Absicherung der Einnahmen. Während frühe Batterieprojekte stark von kurzfristigen Preisunterschieden abhingen, gewinnen langfristige Verträge mit Versorgern, Unternehmen und Rechenzentren an Bedeutung. In Kalifornien schließen Versorger beispielsweise Verträge mit Laufzeiten von 15 bis 20 Jahren.
Gleichzeitig bleiben Risiken. Die meisten Lithium-Ionen-Speicher können bislang nur etwa vier Stunden Strom liefern. Zudem könnte eine zunehmende Verbreitung von Speichern die Preisunterschiede zwischen Zeiten hoher und niedriger Nachfrage verringern. Auch die langfristige Haltbarkeit, Wartungskosten und Abhängigkeiten von asiatischen Batterieherstellern müssen bei der Finanzierung berücksichtigt werden.
PGIM erwartet, dass sich mit sinkenden Kosten, besseren Betriebsdaten und langfristigen Verträgen eine wachsende Pipeline für Infrastrukturinvestoren entwickelt. Die weltweiten Investitionen in Batteriespeicher dürften 2026 erstmals mehr als 100 Milliarden US-Dollar erreichen. (DFPA/abg)
PGIM ist der globale Investment Manager des US-Versicherungskonzerns Prudential Financial, Inc. Das Unternehmen gehört zu den größten Vermögensverwaltern der Welt.