„Die Zahlen sind ermutigend – aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen”, kommentiert ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu Baugenehmigungen. Im Jahr 2025 wurden 238.500 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von 10,8 Prozent oder 23.200 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr 2024.
Bei den Mehrfamilienhäusern gab es ein Plus von 12,1 Prozent (+13.100) im Vergleich zum Vorjahr. Im Neubau stiegt die Zahl um 12,6 Prozent gegenüber 2024. „Die Wohnraumlücke in Deutschland bleibt trotz der Maßnahmen dramatisch. Laut unserem aktuellen Frühjahrsgutachten wurden zwischen 2021 und 2025 bundesweit nur 74 Prozent der erforderlichen Wohnungen fertiggestellt.”
Besonders angespannt ist die Lage in den deutschen Großstädten: In den A-Städten wurde im gleichen Zeitraum lediglich 56 Prozent des benötigten Wohnungsneubaus realisiert. „Diese Lücke können wir nur schließen, wenn wir jetzt konsequent strukturell reformieren”, betont Özkan. Der ZIA fordert, mit verschiedenen Maßnahmen konsequent gegenzusteuern, um die Lücke zu verringern, darunter vereinfachte und harmonisierte Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Senkung der Grunderwerbsteuer und weiterer Erwerbsnebenkosten sowie die erleichterte Umnutzung und Revitalisierung von Bestandsimmobilien.
Die strukturelle Unterdeckung im deutschen Wohnungsbau verschärft sich weiter. Zwischen 2021 und 2025 lag der durchschnittliche Wohnungsbedarf bei 372.600 Einheiten pro Jahr. Tatsächlich genehmigt wurden 2024 jedoch nur 215.300 Wohnungen – eine Lücke von über 40 Prozent. Für 2026 prognostiziert das Frühjahrsgutachten einen weiteren Rückgang der Fertigstellungen auf etwa 215.000 Wohnungen, während der jährliche Bedarf bei rund 257.400 Wohneinheiten liegt. (DFPA/mb)
Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) mit Sitz in Berlin ist eine Interessenvertretung der deutschen Immobilienwirtschaft. Er hat die Verbesserung des wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und politischen Umfelds der Immobilienbranche zum Ziel.