Im April sind die Bestzinsen für Baufinanzierungen gesunken, während sich die Rahmenbedingungen im Zuge des jüngsten Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) und der anhaltenden Unsicherheiten in der Handelspolitik volatil zeigen.
Mitte April senkte die EZB den Leitzins um weitere 25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent. Dies stellt die siebte Lockerung seit Mitte 2024 dar. „Die noch niedrigeren Leitzinsen der EZB haben das Ziel, die Wirtschaft ankurbeln und den Kreditmarkt beleben“, sagt Antonio Skoro, Geschäftsführer von Qualitypool. „Mit einer aktuellen Inflationsrate von 2,2 Prozent in der Eurozone, die nahe an der Zielmarke der EZB liegt, bietet sich die Möglichkeit für weitere Zinssenkungen, welche sich indirekt positiv auf die Baufinanzierungszinsen auswirken könnten.“ Die Inflation in Deutschland zeigt in die gleiche Richtung: Sie lag im April bei 2,1 Prozent, ein weiterer Rückgang der Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Die US-Notenbank Fed behielt ihren Kurs weiter bei und ließ ihre Leitzinsen Anfang Mai unverändert bei 4,25 bis 4,5 Prozent. „Diese Entscheidung basiert zu einem großen Teil auf der widersprüchlichen ökonomischen Datenlage in den USA“, ordnet Skoro ein. „So haben sich die Arbeitsmarktdaten zuletzt positiv entwickelt, im Gegensatz zu einer schwachen US-Konjunktur, die im ersten Quartal um 0,3 Prozent geschrumpft ist.“
Aktuelle Entwicklung der Baufinanzierungszinsen
Die Bestzinsen für Baufinanzierungen haben sich in den letzten Wochen leicht rückläufig entwickelt. Anfang April lagen sie für zehnjährige Zinsbindungen noch bei etwa 3,31 Prozent, für 15-jährigen Zinsbindungen bei 3,55 Prozent. Bis Anfang Mai sanken die Zinsen mit zehnjähriger Bindung auf 3,16 Prozent, mit 15-jähriger Bindung auf 3,43 Prozent.
„Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen, die oft als Indikator für die Baufinanzierungszinsen dienen, zeigten zuletzt wieder mehr Stabilität, könnten aber aufgrund der angesprochenen wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin Schwankungen unterliegen“, analysiert der Qualitypool-Geschäftsführer. „Alles in allem bietet sich Finanzierungskunden gerade die Möglichkeit, vom leichten Rücksetzer der Zinsen profitieren, bevor neue Unruhe entsteht. Wir gehen davon aus, dass die Bauzinsen kurzfristig weiteren Pendelbewegungen unterworfen sein könnten.“
Positive Signale sendete zuletzt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin), als sie den sektoralen Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienkredite von zwei auf ein Prozent senkte (DFPA berichtete). Skoro ergänzt dazu: „Auch wenn der antizyklische Kapitalpuffer bestehen bleibt, ist die Entscheidung als deutliches Zeichen zu werten, dass sich die Lage auf dem hiesigen Wohnimmobilienmarkt weiter stabilisiert hat. Die Banken müssen in Zukunft weniger Eigenkapital für neu abgeschlossene Finanzierungen vorhalten. In der Folge reduzieren sich dadurch die Kosten für die Kreditvergabe, was sich wiederum günstig auf die Finanzierungskonditionen auswirken könnte. Aus unserer Sicht ein absolut richtiger Schritt der BaFin, der überfällig war.“ (DFPA/mb)
Die Qualitypool GmbH ist mit mehr als 13.000 aktiven Maklern einer der führenden Maklerpools Deutschlands. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der Hypoport AG.