Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt zunehmend grundlegend. Einer aktuellen globalen Studie der Boston Consulting Group zufolge verbringen viele Beschäftigte inzwischen mehr Zeit damit, KI-Systeme zu steuern und zu überwachen als ihre eigentlichen Aufgaben selbst auszuführen. Gleichzeitig gelingt es vielen Unternehmen bislang nicht, die durch KI gewonnenen Effizienzgewinne in messbaren Geschäftsnutzen umzuwandeln.
Für den Bericht „AI at Work 2026“ befragte BCG rund 11.750 Beschäftigte in 14 Ländern. Demnach geben 72 Prozent der Teilnehmer an, dass KI die Anforderungen an Fähigkeiten und Kompetenzen in ihrem Beruf bereits deutlich verändert habe. Fast die Hälfte (47 Prozent) berichtet, inzwischen mehr Zeit mit dem Management und der Anleitung von KI-Systemen zu verbringen als mit der eigentlichen Arbeitsausführung.
Die Nutzung von KI hat sich insbesondere bei Angestellten ohne Führungsverantwortung stark ausgeweitet. 74 Prozent dieser Beschäftigtengruppe zählen mittlerweile zu den regelmäßigen Anwendern von KI-Anwendungen. Vorreiter bei der Nutzung sind laut Studie vor allem Indien, Länder des Nahen Ostens, Brasilien und Südafrika, während die USA, Frankreich und Italien hinter dem globalen Durchschnitt zurückbleiben.
Zugleich zeigt die Untersuchung ein ambivalentes Bild. Zwar berichten 67 Prozent der regelmäßigen Nutzer von einer höheren Arbeitszufriedenheit. Gleichzeitig geben jedoch 41 Prozent an, dass die kognitive Belastung durch den Einsatz der Technologie gestiegen sei. Die Autoren sprechen von einem „Freude-Paradox“: KI mache die Arbeit zugleich angenehmer und anspruchsvoller.
Besonders deutlich wird laut BCG eine Lücke zwischen Produktivitätsgewinnen und organisatorischer Umsetzung. So sparen 42 Prozent der regelmäßigen KI-Nutzer nach eigenen Angaben mindestens einen Arbeitstag pro Woche ein. Zwei Drittel erhalten jedoch keine oder nur geringe Vorgaben, wie diese Zeit sinnvoll genutzt werden soll.
Nach Einschätzung der Studienautoren entscheidet vor allem eine klare Unternehmensstrategie über den Erfolg des KI-Einsatzes. Unternehmen, die Arbeitsabläufe gezielt neu gestalten und KI in Geschäftsprozesse integrieren, erzielen deutlich häufiger messbare Verbesserungen sowie höhere Mitarbeiterzufriedenheit. Der Fokus verlagere sich damit von der reinen Einführung neuer Werkzeuge hin zur grundlegenden Neugestaltung von Arbeitsprozessen und Geschäftsmodellen. (DFPA/abg)
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Die Boston Consulting Group ist eine weltweit tätige Unternehmens- und Strategieberatung und wurde im Jahr 1963 gegründet.