Milliarden fließen in neue Rechenzentren für künstliche Intelligenz, doch Investoren sorgen sich zunehmend um fehlende Exit-Perspektiven. Während Tech-Giganten wie Alphabet und Anthropic allein in den vergangenen Wochen Zusagen über insgesamt 90 Milliarden Dollar für neue Standorte in Texas, New York und anderen US-Bundesstaaten gemacht haben, bleiben Antworten auf die Frage offen, wer diese gigantischen Anlagen später übernehmen kann.
Laut Branchenexperten sind viele der geplanten Hyperscale-Zentren so groß und teuer, dass potenzielle Käufer fehlen. „Wenige Investoren sind groß genug, um solche Milliarden-Assets zu übernehmen“, sagte Tom Mannion vom Beratungsunternehmen BDO. Für Private-Equity-Fonds birgt das Risiko: Ohne klare Verkäuflichkeit drohen verlängerte Haltedauern, geringere Ausschüttungen oder sogar Verluste.
Eine Umfrage von AlixPartners zeigt, dass die meisten Fonds mit Haltedauern von fünf bis zehn Jahren kalkulieren, obwohl die zukünftige Auslastung ungewiss ist. Überkapazitäten könnten entstehen – etwa wenn KI-Trainingsprozesse effizienter werden oder sich die Nachfrage von Training zu Inferenz verschiebt. Ähnlichkeiten zur jüngsten Überproduktion im Logistikimmobilienmarkt seien erkennbar, warnen Analysten.
Als mögliche Ausstiege sieht die Branche Börsengänge oder Konsolidierung, doch hohe Verschuldung mache viele Projekte schwer vermarktbar. Das Beispiel CoreWeave, dessen Aktien nach einem volatilen IPO stark schwankten, zeigt laut Experten, wie anspruchsvoll der Kapitalmarkt reagiert.
Auch M[&]A könnte eine Rolle spielen, wenngleich nur wenige Käufer in der Lage wären, die derzeitigen Bewertungen zu stemmen. In risikoreicheren Projekten erwarten Experten zudem mehr kreative Deals – etwa „loan-to-own“-Strukturen oder das Verschieben von Anlagen in sogenannte Continuation Vehicles für Langfristfonds.
Wie der Markt sich entwickeln wird, ist jedoch offen. „Für diese Mega-Rechenzentren ist völlig unklar, wer sie am Ende halten wird“, sagte AlixPartners-Experte Andrej Danis. „Alles ist so spekulativ wie nur möglich.“ (DFPA/abg)
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