Die Rahmenbedingungen für Büroinvestments verbessern sich kontinuierlich, was sich auch an der Entwicklung des Büroperformance-Indikator „Victor Prime Office“ des Immobiliendienstleisters JLL zeigt. Mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal steigt der Index im zweiten Quartal 2025 etwas stärker als in den ersten drei Monaten dieses Jahres (0,4 Prozent). Der Indikatorstand für die beobachteten Toplagen der deutschen Immobilienhochburgen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München notiert Ende Juni 2025 bei 169,9 Punkten. Bis auf Berlin weisen alle Städte eine positive Perfomance auf.
„Die positiven Anzeichen am Büroinvestmentmarkt mehren und verstärken sich, wenngleich sie sich noch nicht in einem signifikanten Anstieg des Transaktionsvolumens manifestieren“, kommentiert Ralf Kemper, Head of Value and Risk Advisory JLL Germany, die Zahlen. In den betrachteten fünf Immobilienhochburgen blieb das Investitionsvolumen in Büros im zweiten Quartal deutlich unter dem Ergebnis des Vorquartals, das stark vom Verkauf des Upper West in Berlin geprägt war. In Summe übertraf das erste Halbjahr 2025 mit rund 1,6 Milliarden Euro dennoch den entsprechenden Vorjahreswert (1,4 Milliarden Euro). Die beobachteten Transaktionen und die laufenden Bieterverfahren lieferten ausreichend Evidenz für eine Reduzierung der Spitzenrenditen in München, Düsseldorf und Hamburg. „Seit dem zweiten Quartal 2022 sorgten steigende Spitzenrenditen für eine fallende Performance des Victor, die negative Entwicklung wurde durch positive Mieteffekte gedämpft. Während der vergangenen vier Quartale hoben sich stagnierende Spitzenrenditen und Mietimpulse mehr oder weniger auf, nun verstärken sich erstmalig wieder die positiven Impulse aus dem Investmentmarkt und aus den Vermietungsmärkten.“
Der Bürovermietungsmarkt zeigte sich weiterhin robust und der Flächenumsatz in den fünf Städten lag im ersten Halbjahr 2025 mit knapp 1,2 Millionen Quadratmetern leicht über dem Wert der ersten Jahreshälfte 2024 (1,1 Millionen Quadratmeter). Die Nachfrage konzentriert sich auf Topprodukte und erstklassige Lagen: „Beispiele dafür sind der Umzug von KPMG vom Frankfurter Flughafen in die Innenstadt oder Siemens‘ Wechsel von Neuperlach ins Münchner Werksviertel. In München sind es besonders unternehmensbezogene Dienstleistungen, Rechtsanwälte und ähnliche Branchen, die hochwertige Büroflächen nachfragen“, erläutert Kemper.
Die Rückkehr institutioneller Investoren an den deutschen Investmentmarkt sei spürbar, mit einem hohen Anteil von Kapital aus dem internationalen Umfeld. „Eine weitere Belebung am deutschen Büroinvestmentmarkt ist daher nun sehr wahrscheinlich – ob sie nun von den zurückkehrenden klassischen Core- oder Private-Equity-Investoren herrührt, bleibt abzuwarten. Das Potenzial den üblichen Vorreitern London und Paris zu folgen, haben die deutschen Immobilienhochburgen jedenfalls – und die erwarteten deutlichen Anstiege der Spitzenmieten dürften hierzulande die Kaufnachfrage von Spitzenimmobilien im Bürosegment treiben.“ (DFPA/mb)
Jones Lang Lasalle Incorporated (JLL) ist ein international tätiges Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobiliensektor mit Sitz in Chicago.