Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist laut aktueller Schnellschätzung im Oktober auf 137,2 Punkte gestiegen (Vormonat 136,8). Der Gesamtindex holte seinen Rückgang gegenüber dem Vormonat damit weitgehend auf. Deutsche und europäische Häfen verlieren jedoch weiterhin massiv Containerfracht. Im Oktober sank der Containerumschlag um fünf Indexpunkte – der dritte Rückgang in Folge. Nach der Belebung des Handels in Europa im vergangenen Jahr fällt Europa weiter zurück – und entkoppelt sich zunehmend vom Welthandel.
Der Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist von 113,9 Punkten (revidiert) auf 108,9 Punkte im Oktober geradezu eingebrochen. In den chinesischen Häfen ist der Containerumschlag leicht zurückgegangen – von 153,0 Punkten im Vormonat (revidiert) auf 151,8 Punkte.
Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Europa verliert seit 2022 Anteile am Welthandel. Dazu dürften zum einen die Sanktionen gegen Russland beigetragen haben. Zum anderen haben die stark gestiegenen Energiekosten die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen verschlechtert. Nicht zuletzt leiden die Importe unter der schwachen Konjunktur in Europa. Es gibt daher wenig Hoffnung, dass Europa in Kürze mit der weltwirtschaftlichen Entwicklung wieder Schritt halten kann.“
Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für November 2025 wird am 19. Dezember 2025 veröffentlicht. (DFPA/mb)
Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) ist ein Zentrum für wissenschaftliche Forschung und evidenzbasierte Politikberatung in Deutschland. Es wurde 1926 gegründet und arbeitet seit 1943 in rechtlicher Selbständigkeit als eingetragener Verein; es dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken.