Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verfügten 2025 bereits 4,3 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude über eine Anlage zur Kühlung, mehr als doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Für den Deutschen Anlage-Immobilien Verbund (DAVE) ist das jedoch keine nachhaltige Antwort auf den Klimawandel.
„Deutschland hat bislang keine nationale Strategie dafür, wie Gebäude und Städte langfristig hitzeresilient werden sollen. Stattdessen diskutieren wir aktuell vor allem über Klimaanlagen. Das greift viel zu kurz“, so René Husfeldt, Geschäftsführer von DAVE.
Nach Auffassung des Immobiliennetzwerks muss Hitzeschutz künftig integraler Bestandteil der Stadtentwicklung werden. Gebäude, Energieversorgung, Stromnetze, Begrünung und Wassermanagement müssten gemeinsam gedacht werden. Denn der flächendeckende Einsatz von Klimageräten verschiebe das Problem lediglich. „Wenn an heißen Sommertagen Millionen Klimageräte gleichzeitig laufen, steigt der Strombedarf genau dann massiv an, wenn unsere Energie- und Verteilnetze ohnehin stark belastet sind. Kühlung darf deshalb niemals isoliert betrachtet werden, sondern muss Teil eines intelligenten Gesamtsystems sein“, erklärt DAVE-Partner Daniel Triffterer.
Der überwiegende Teil der Gebäude, in denen die Menschen in 20 oder 30 Jahren wohnen und arbeiten werden, steht bereits heute. Während sich im Neubau Hitzeschutz durch Niedrigenergiekonzepte, Betonkernaktivierung, Kühldecken oder modulare Bauweisen frühzeitig integrieren lässt, muss der Bestand intelligent und wirtschaftlich nachgerüstet werden.
Oft seien außenliegender Sonnenschutz, intelligente Fassaden, Dach- und Fassadenbegrünung, hochwertige Fenster oder die gezielte Kühlung einzelner Räume deutlich effizienter und wirtschaftlicher. „Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass jedes Problem mit einer Klimaanlage gelöst werden kann. Gerade im Bestand braucht es einen intelligenten Mix aus baulichem Hitzeschutz, Verschattung, Begrünung und effizienter Technik“, so Husfeldt. (DFPA/ljh)
Der Deutsche Anlage-Immobilien Verbund (DAVE) ist ein Zusammenschluss von zwölf Immobiliendienstleistungsunternehmen, davon elf inhabergeführten, mit rund 600 Experten an 40 Standorten. Die DAVE-Partner vertreten die Interessen von Unternehmen, Institutionen, Erbengemeinschaften und Privatpersonen sowohl als Käufer als auch als Verkäufer.