Das Jahr 2026 stellt Deutschland wirtschaftlich und politisch vor viele Herausforderungen. Die Dauer und die Folgen des Kriegs in Nahost sind derzeit noch nicht absehbar, aber allein schon die damit einhergehende Verunsicherung beeinflusst die Menschen und die Märkte. Zudem hat die Wirtschaftspolitik der aktuellen US-Regierung mit ihrer jahrzehntelangen global ausgerichteten und effizienzorientierten US-Außenhandelspolitik gebrochen, und dies zugunsten eines rein geoökonomischen Ansatzes mit wenig Rücksicht auf eventuelle Kosten. So heißt es in der Ausgabe 2026 des „Deka Immobilien Monitors“.
Ein im globalen Vergleich weiterhin unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum in Europa und insbesondere in Deutschland dürfte hierzulande die Nachfrage an den Immobilienmärkten weiter beeinträchtigen. Bei der Vermietung zeige sich jedoch, dass der Markt in den richtigen Lagen und Produktklassen gut funktioniere. Die Nachfrage konzentriere sich insbesondere im Bürosegment auf hochwertige und nachhaltige Flächen in zentralen und gut angebundenen Lagen. Die Baustarts in Europa befinden sich zudem auf einem 15-Jahrestief, die Angebotsverknappung begünstigt weiteres Mietwachstum. Dies gelte auch für die USA, wo die Fertigstellungen bereits eingebrochen seien. Allerdings seien dort die Leerstände erheblich höher als in Europa.
Am Investmentmarkt bleiben hochwertige Kaufgelegenheiten rar, da in diesem Segment kein Verkaufsdruck herrscht. Dies stütze die weiterhin vergleichsweise hohen Preise im Top-Segment. Das Potenzial für steigende Vervielfältiger beziehungsweise sinkende Anfangsrenditen sei in Europa in der laufenden Erholungsphase begrenzt. Die Finanzierungskosten seien zuletzt durch den Nahostkonflikt weiter gestiegen. Neben den zumindest temporär höheren Inflationsrisiken werden die Renditen am langen Ende insbesondere durch die zunehmende Staatsverschuldung beeinflusst. In den USA dürften die perspektivisch noch zu erwartenden Leitzinssenkungen etwas stärkere Rückgänge der Cap Rates begünstigen.(DFPA/mb)
Die Deka Bank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen, gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe.