Experten sehen angesichts einer alternden Bevölkerung wachsenden Handlungsbedarf bei der privaten und betrieblichen Vorsorge. Neue digitale Lösungen und Reformen der Rentensysteme könnten helfen, die finanziellen Folgen des demografischen Wandels abzufedern.
Die Alterung der Gesellschaft stellt nach Einschätzung von Vito Micoli, Geschäftsführer des Hamburger FinTechs FI Investments, Staat, Unternehmen und Privatpersonen vor wachsende Herausforderungen. Zugleich entstünden neue wirtschaftliche Chancen, wenn rechtzeitig in passende Strukturen investiert werde, heißt es in einer Analyse des Finanzdienstleisters FI Investments.
Nach Prognosen der Vereinten Nationen werden bis 2080 weltweit mehr Menschen über 65 Jahre alt sein als Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Bereits heute lebt laut Weltwirtschaftsforum (WEF) mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung in Ländern mit stagnierendem oder rückläufigem Bevölkerungswachstum. In Deutschland wird die Zahl der Menschen im Rentenalter bis 2050 deutlich steigen, während die Zahl der Erwerbstätigen sinkt.
Das World Economic Forum sieht deshalb einen wachsenden Bedarf an Investitionen in Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, neue Versicherungsmodelle sowie Technologien für betreutes Wohnen. Gleichzeitig gewinnen Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Weiterbildung älterer Arbeitnehmer an Bedeutung, um Produktivität und Wirtschaftswachstum zu sichern.
Besonders im Fokus steht die Altersvorsorge. Das gesetzliche Rentenniveau liegt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung derzeit bei rund 48 Prozent. Viele Menschen müssten daher zusätzlich privat oder betrieblich vorsorgen, um ihren Lebensstandard im Alter zu halten.
„Die klassische Altersvorsorge ist für die heutige Lebensrealität vieler Menschen nicht mehr ausreichend“, sagt Micoli. Neben längeren Ruhestandsphasen und sinkenden staatlichen Leistungen verschärfe auch die Inflation die Versorgungslücke. Gefragt seien deshalb flexiblere Vorsorgemodelle und digitale Lösungen.
Micoli sieht insbesondere in KI-gestützten Anwendungen Potenzial. Solche Systeme könnten individuelle Vorsorgepläne erstellen, Risiken transparenter machen und Menschen ohne vertiefte Finanzkenntnisse bei Anlageentscheidungen unterstützen. Gleichzeitig seien politische Anreize und moderne regulatorische Rahmenbedingungen notwendig, um Innovationen in der privaten Altersvorsorge zu fördern.
FI Investments ist ein Teil der FI Group, die 2013 in Zug, Schweiz, gegründet wurde. Die FI Group zählt zu den führenden Akteuren im FinTech- und Investment-Bereich. Sie bietet neben Vermögensmanagement auch maßgeschneiderte Finanztechnologie-Dienstleistungen an.