Deutsche IT-Branche: Zu wenig Präsenz in Wachstumsbereichen

Der deutsche IT- und Software-Sektor befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Während die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) neue Chancen eröffnen, bleibt das Wachstum des deutschen IT- und Software-Sektors im internationalen Vergleich hinter den Erwartungen zurück. Dies geht aus der aktuellen Branchenanalyse des führenden Kreditversicherers Allianz Trade hervor.

„Wir sehen aktuell einen globalen KI-Boom“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Allerdings profitieren davon vor allem amerikanische IT-Unternehmen. Sie erzielen rund 70 Prozent der europäischen Umsätze, während deutsche Unternehmen wenig von dem Boom spüren und das Wachstum hierzulande deutlich hinterherhinkt. Das ist vor allem ein strukturelles Problem, denn die deutschen Unternehmen sind in den wachstummstärksten Bereichen wenig präsent. Entsprechend verzeichnet der deutsche IT-Sektor ein hohes Branchenrisiko. Da ist noch Luft nach oben und viel Potenzial.“

Gründe für das schwächere Wachstum wären vor allem die geringe Präsenz deutscher Anbieter in besonders wachstumsstarken Segmenten wie Hyperscale-Cloud, KI-Plattformen und datengetriebenen Ökosystemen. Auch die geringere Kapitalintensität und die langsameren Innovationszyklen bremsen lokale Anbieter im internationalen Vergleich aus.

Im Jahr 2025 stieg der Gesamtumsatz des deutschen IT- und Software-Sektors um rund sechs Prozent. Dies läge etwa drei Prozentpunkte unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt und deutlich hinter den zweistelligen Wachstumsraten, die weltweit vor allem durch US-Unternehmen und die steigende Nachfrage nach KI-Lösungen erzielt wurden. Die Margen erholten sich im gleichen Zeitraum auf etwa 15 Prozent und haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Diese Verbesserung ist vor allem auf strikte Kostenkontrolle und Preisdisziplin zurückzuführen. Dennoch bleibt die Rentabilität volatil, und ein nachhaltiger Aufschwung, der direkt auf KI-Investitionen zurückzuführen ist, zeichnet sich bislang nicht ab.

Die deutsche IT-Branche stehe vor einem Balanceakt zwischen der Nutzung der Chancen der KI-Revolution und der Bewältigung struktureller sowie makroökonomischer Herausforderungen. „Trotz der Herausforderungen bleibt der deutsche IT-Sektor ein zentraler Treiber der wirtschaftlichen Transformation“, sagt Bogaerts. „Die kommenden Jahre werden allerdings entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich zu sichern und KI-Dienstleistungen erfolgreich zu monetarisieren.“ Die vollständige Branchestudie steht HIER zum Download zur Verfügung. (DFPA/ljh)

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900 Mitarbeiter weltweit.

www.allianz-trade.de

 

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