Deutschland wird nicht am Finanzmodul der PISA-Studie 2029 teilnehmen. Damit verzichtet die Politik auf die einzige Möglichkeit in diesem Jahrzehnt, finanzielle Bildung von Jugendlichen international vergleichbar zu messen. Die gemeinnützige Finanztip Stiftung kritisiert, dass die Bildungsminister der Länder die Anmeldefrist diese Woche verstreichen lassen.
Die Bestandsaufnahme zur Finanzbildung ist auf der letzten Bildungsministerkonferenz erneut verschoben worden – erst 2037 gibt es die nächste Teilnahmemöglichkeit für Finanz-PISA der OECD. „Es ist schwer nachvollziehbar, dass sich die Länder trotz politischer Bekenntnisse zur Finanzbildung bei diesem wichtigen Thema nicht einigen konnten und das Ganze jetzt ein Jahrzehnt warten muss“, sagt Dr. Fabian Dany, Geschäftsführer der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. „Finanzwissen entscheidet über Chancen im Leben. Eine Teilnahme an Finanz-PISA würde erstmals zeigen, wo wir in Sachen Finanzkompetenz bei Jugendlichen stehen – und welche Gruppen besonders Unterstützung brauchen.“
Mehr als 113.000 Menschen haben eine Finanztip-Petition zu Finanz-PISA für Deutschland unterzeichnet. „Zunächst sah es so aus, als ob die Politik die Forderung ernst nimmt” sagt Dany. „Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien haben sich öffentlich und in Gesprächen positiv zu Finanz-PISA geäußert. Doch am Ende wurde keine Entscheidung getroffen.“
Im Wahlprogramm der CDU Rheinland-Pfalz zur Landtagswahl 2026 war explizit enthalten, dass man sich für die Teilnahme an Finanz-PISA einsetzen werde. Nach gewonnener Wahl und der Besetzung des Bildungsministeriums steht nun im Koalitionsvertrag von CDU und SPD davon nichts mehr.
Auch ohne Rückenwind aus der Politik will sich die Finanztip Stiftung weiterhin für Finanzbildung einsetzen. (DFPA/mb)
Die Finanztip Verbraucherinformation gemeinnützige GmbH ist ein Geld-Ratgeber mit Sitz in Berlin.