Digitale Währungen: Stablecoins zwischen Innovation und Machtinstrument

Vor wenigen Jahren noch ein Nischenphänomen am Kryptomarkt, nun ein wichtiger Baustein der globalen Finanzarchitektur: Stablecoins gewinnen rasant an Bedeutung für die Kapitalmärkte und die internationalen Zahlungsströme. „Durch die überwiegende Bindung von Stablecoins an den US-Dollar entstehen aber auch signifikante und oft noch unterschätzte geopolitische Nebenwirkungen“, erklärt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Feri Cognitive Finance Institute.

In der aktuellen Studie „Stablecoins – Wie tokenisiertes Geld die globale Finanzarchitektur verändert“ untersucht der Bad Homburger Thinktank, welche Rolle Stablecoins für die weltweite digitale Finanzinfrastruktur spielen und welche zukünftigen Konsequenzen sich für Wirtschaft, Politik und Finanzmärkte abzeichnen.

„Stablecoins sind blockchain-basierte Werteinheiten, die eine feste Bindung an Referenzwerte wie den US-Dollar anstreben. Dafür werden entsprechende Reserven vorgehalten – meist in kurzfristigen US-Staatsanleihen oder auch Gold“, erläutert Rapp.

Mit einem Marktvolumen von über 300 Milliarden US-Dollar und monatlichen Transaktionsvolumina im Billionenbereich seien Stablecoins längst im Zentrum der institutionellen Finanzarchitektur angekommen. Stablecoins ermöglichten schnelle, kostengünstige grenzüberschreitende Transaktionen und böten auch in Entwicklungs- und Schwellenländern mit instabilen Währungen Zugang zu digitaler Dollar-Liquidität. Als wichtiger Treiber wirke dabei vor allem der rasante Aufstieg der Tokenisierung – also der digitalen Verbriefung realer Geld- oder Vermögenswerte. Das gegenwärtige Stablecoin-Ökosystem berge jedoch auch enorme geopolitische Risiken: „Rund 97 Prozent aller Stablecoins sind derzeit in US-Dollar denominiert – sie verstärken so dessen Dominanz auch im digitalen Raum“, warnt Rapp. Dies könne die globale Vorherrschaft der US-Währung weiter festigen und damit auch den Einfluss der USA auf internationale Finanzströme ausweiten.

Für Europa entstehe daraus eine massive strategische Herausforderung: „Ohne wettbewerbsfähige digitale Zahlungsinfrastruktur droht eine Vertiefung der Abhängigkeit von US-kontrollierten Finanzarchitekturen.“ Mehr dazu lesen Sie in der kommenden Ausgabe von EXXECNEWS. (DFPA/mb)

Die 1987 gegründete Feri-Gruppe mit Sitz in Bad Homburg ist in den Geschäftsfeldern Vermögensberatung und -verwaltung sowie Wirtschaftsforschung tätig. Seit 2006 gehört die Unternehmensgruppe zum MLP-Konzern.

www.feri.de

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