Diversifikation statt Aktionismus: Wie wir auf geopolitische Entwicklungen wie im Iran reagieren
Die jüngste Eskalation im Nahen Osten – insbesondere der US-Militärschlag gemeinsam mit Israel gegen Iran – hat die Märkte bewegt, aber nicht in Panik versetzt. Die Ölpreise zogen spürbar an, Aktien gerieten etwas unter Druck und klassische sichere Häfen wie Gold verzeichneten leichte Zuflüsse. Das merkt Robert Greil, Chefstratege bei der Privatbank Merck Finck, im Kommentarformat „Blitzlicht“ an.
Entscheidend für Anleger sei jetzt weniger die Frage nach kurzfristigen Reaktionen als nach der Robustheit der eigenen Portfoliostruktur. Rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Rohöls läuft durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Schon begrenzte Störungen können daher erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise, Inflation und globale Lieferketten haben. Daraus ergeben sich nicht nur kurzfristige Preisänderungen an den Finanzmärkten, sondern handfeste realwirtschaftliche Effekte. Wie stark diese ausfallen, entscheidet sich nicht aus den Ereignissen dieser Tage, sondern wird sich aus dem Verlauf des Konflikts ergeben.
Vorhersagen lässt sich dieser Verlauf naturgemäß nicht. Für langfristig orientierte Investoren heißt dies einmal mehr: Konstante Diversifikation ist effektiver als kurzfristige Reaktion auf Krisen. Merck Finck habe die Kundenportfolios bereits in den vergangenen Monaten auf unruhige Zeiten vorbereitet: Engagements im US-Aktienmarkt wurden teils abgesichert, Kreditrisiken wurden gesenkt und dafür in sicherere Staatsanleihen umgeschichtet. Die strategische Gold-Allokation wurde weiter aufgestockt.
Auch innerhalb der Aktien-Allokation wurden Veränderungen vorgenommen: Das Engagement im breiten US-Aktienmarkt wurde reduziert und stattdessen attraktiv bewertete Small Caps in Industrieländern inklusive der USA zugekauft. Phasen erhöhter Unruhe an den Finanzmärkten seien aber selten der ideale Moment, die Ausrichtung des Portfolios grundsätzlich zu hinterfragen. Die Devise sollte lauten: investiert und diversifiziert bleiben. (DFPA/mb)
Merck Finck begleitet Vermögen von Privatkunden, mittelständischen Unternehmen sowie Institutionen wie Kirchen und Stiftungen. Von zehn Standorten aus werden unter anderem Private Banking- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen angeboten. Merck Finck ist Teil der Quintet Private Bank.