DIW-Studie: Deutsche wünschen sich 78 Prozent ihres Einkommens im Alter
Die Menschen in Deutschland wünschen sich im Ruhestand im Durchschnitt ein Einkommen von 78 Prozent ihres heutigen Nettoeinkommens. Das geht aus einer repräsentativen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.
Als Mindestbedarf zum Leben nannten die Befragten im Schnitt 58 Prozent ihres aktuellen Einkommens. Für die Untersuchung wurden mehr als 4.200 Erwerbstätige befragt. Die Studie simulierte konkrete Entscheidungen zwischen aktuellem Konsum und späterem Alterseinkommen.
Die Ergebnisse zeigen nach Einschätzung der Autoren deutliche Versorgungslücken. Viele Befragte gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird, um den gewünschten Lebensstandard zu sichern. Besonders Menschen mit niedrigeren Einkommen rechnen mit einem höheren Absicherungsbedarf.
Zugleich bleibt die zusätzliche Altersvorsorge lückenhaft. Laut Bundesregierung verfügen rund 40 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weder über eine Betriebsrente noch über eine Riester-Rente. Der GDV fordert deshalb eine stärkere Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge, etwa durch automatische Einbeziehung von Beschäftigten mit Widerspruchsmöglichkeit.
Die Ergebnisse erscheinen parallel zur Arbeit der Rentenkommission der Bundesregierung, die bis Mitte 2026 eine neue Kennzahl für das Gesamtversorgungsniveau im Alter entwickeln soll. (DFPA/abg)
Die vollständige Studie finden Sie zum Download hier.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mit Sitz in Berlin ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland. In dem Verband sind rund 460 Mitgliedsunternehmen mit 487.500 Mitarbeitern, 454 Millionen Versicherungsverträgen und einem Kapitalanlagebestand von etwa 1,8 Billionen Euro zusammengeschlossen.