Dominanz von US-Aktien schwindet
Europa stehe an einem Wendepunkt. Nach Jahren im Schatten der USA rücke der alte Kontinent wieder ins Zentrum der Weltmärkte. Der einst sichere Hafen USA verliere an Verlässlichkeit, der Dollar gerate unter Druck. Europa dagegen wird attraktiver für Anleger. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 1.100 Investoren, Analysten und Beratern – durchgeführt von Amundi Investment.
Zwar sahen mit 52 Prozent immer noch knapp mehr als die Hälfte der Befragten mittelfristig mehr Potenzial bei US-Unternehmenstiteln. Doch bereits 34 Prozent der Teilnehmenden erwarteten höhere Renditechancen für europäische Aktien und weitere 14 Prozent sahen beide Anlageregionen in Sachen Potenzial auf Augenhöhe.
Mit einer Zustimmung von 78 Prozent (Mehrfach-Nennungen waren möglich) versprach sich eine deutliche Mehrheit der Befragten für die Branche „Verteidigung“ die größten Wachstumsaussichten in den nächsten Jahren. Auch die Trendthemen „Digitalisierung/ KI“ mit 66 Prozent und „Infrastruktur“ mit 62 Prozent verbanden die Teilnehmenden mit sehr guten Renditechancen. Für die weiteren Zukunftsbranchen „Halbleiter/Elektronik“ (32 Prozent), „Gesundheit/Biotechnologie“ (29 Prozent) und „Energie“ (24 Prozent) votierten hingegen deutlich weniger Teilnehmende.
Die Meinung zu den Auswirkungen der aktuellen US-Zollpolitik blieb zwar gespalten, tendierte aber eindeutig zu mehr Gelassenheit: Während eine Mehrheit von 52 Prozent nur „geringe Auswirkungen“ des 15-Prozent-Zoll-Deals zwischen den USA und der EU auf die Wirtschaft Europas erwartete, rechneten 42 Prozent noch mit „starken Auswirkungen“. „Keine Auswirkungen“ sahen hingegen nur sechs Prozent der Befragten. (DFPA/ljh)
Der Asset Manager Amundi, eine Tochtergesellschaft der Crédit Agricole Gruppe, ist börsennotiert und betreut aktuell ein verwaltetes Vermögen von fast 2,3 Billionen Euro.