Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) hat ihre Stellungnahme zur geplanten Überarbeitung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) veröffentlicht. Die DVFA begrüßt das Ziel, die Berichtspflichten für Unternehmen zu verschlanken und praxisgerechter zu gestalten, mahnt jedoch Qualität vor Quantität und eine Kohärenz mit der Finanzmarktregulierung an.
Die Kernforderungen der DVFA sind unter anderem die Reduzierung der obligatorischen Datenpunkte, Anhebung der Schwellenwerte und Vereinfachung der Wesentlichkeitsbewertungen, wobei jedoch sicherzustellen sei, dass die Flexibilität die Qualität der Berichterstattung nicht beeinträchtigt. Zudem wird eine Verzahnung ESRS mit der SFDR gefordert. Sicherzustellen sei, dass die ESRS-Indikatoren die PAI-Kennzahlen, die DNSH-Kriterien und den Anteil nachhaltiger Investitionen gemäß Artikel 2 Absatz 17 SFDR vollständig erfassen.
Wichtig sei auch die Internationale Anschlussfähigkeit: eine starke Kohärenz der ESRS/EFRAG-Datenpunkte und der ISSB-Datenpunkte sei notwendig. Durch Äquivalenz – nicht nur Interoperabilität – werde auch für Unternehmen und Investoren ein Konvergenzpfad wahrscheinlicher. Wichtig sei auch die Sicherstellung der Datenverwendbarkeit: Beibehaltung der Maschinenlesbarkeit und Kennzeichnung sowie Priorisierung von Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Als weitere Forderung wird eine Verlängerung der Konsultationsfristen, Bereitstellung klarer Vergleichsinstrumente und systematischere Einbeziehung von Praktikern und Wissenschaftlern genannt.
„ESG-Daten sind für viele Investoren ebenso entscheidungsrelevant wie klassische Finanzkennzahlen“, sagt Dr. Gunnar Friede, Leiter des DVFA-Fachausschuss Sustainability. Damit nachhaltige Anlagestrategien wirken können, dürften zentrale Indikatoren nicht leichtfertig gestrichen werden.
Mit der Stellungnahme möchte die DVFA sicherstellen, dass die Stimme der Investoren im politischen Diskurs ausreichend Gehör findet. Ziel sei eine praxisnahe und investorenorientierte Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Unternehmen entlastet, ohne Transparenz und Vergleichbarkeit zu opfern. (DFPA/mb)
Der DVFA Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V. (DVFA) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Standesorganisation aller Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten. Für seine über 1.400 Mitglieder aus dem Investment- und Risikomanagement engagiert sich der Verband für die Professionalisierung des Berufsstandes, erarbeitet Standards, fördert den Finance-Nachwuchs und bringt sich in die regulatorische und politische Diskussion ein.