Die Mitglieder der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) blicken laut einer Umfrage mit gedämpfter Zuversicht in die Zukunft.[nbsp] „Angesichts der vielen Unberechenbarkeiten rund um die Welt sehen unsere Mitglieder für überbordenden Optimismus keinen Anlass“, kommentiert Ingo Mainert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DVFA.
Ausgehend vom aktuellen Niveau von rund 2,6 Prozent erwarten 38 Prozent der Befragten Ende des Jahres niedrigere Renditeniveaus, während 39 Prozent mit höheren Zinsen rechnen. Nur 17 Prozent entschieden sich für nahezu gleichbleibende Bund-Renditen zwischen 2,5 und 2,75 Prozent.
Zur Entwicklung des DAX bis Ende kommenden Jahres entschied sich eine Mehrheit von fast 60 Prozent für einen weiteren Anstieg auf mehr als 24.000 Punkte: Rund jeder Vierte sieht den DAX dann zwischen 24.000 und 25.000, 18 Prozent erwarten ihn zwischen 25.000 und 26.000 und 14 Prozent noch höher bis zu 27.000. Für drei Prozent reicht der Optimismus sogar über einen Stand von 27.000 Punkten hinaus. Dagegen zeigt sich nur etwas mehr als ein Fünftel der Umfrageteilnehmer (22 Prozent) als DAX-Skeptiker, mit erwarteten Kursen von unter 24.000 Punkten. Die Hälfte dieser Gruppe (elf Prozent) sieht den DAX auf Jahressicht sogar unter 21.000.
Befragt, welche traditionelle Vermögensklasse bis Ende 2026 relativ am besten abschneiden wird, rangieren Aktien mit 45 Prozent der Antworten ein weiteres Mal auf Platz eins. An zweiter Stelle folgen Rohstoffe (27 Prozent), konsistent mit dem hohen Anteil von Gold-Optimisten unter den Umfrageteilnehmern, aber auch mit erwarteten Angebotsknappheiten sowie geopolitischen und handelspolitischen Spannungen gerade an den Metallmärkten. Immobilien folgen mit zwölf Prozent der Antworten und Renten mit neun Prozent. Liquidität bildet mit sieben Prozent traditionsgemäß das Schlusslicht.
Geoökonomie sorgt auch 2026 für hohe Unsicherheit
Auf die Frage nach den größten Unsicherheiten im kommenden Jahr waren bis zu drei Antworten möglich. Wie im vergangenen Jahr dominieren die geopolitischen Risiken (26 Prozent). Überzogene Entwicklungen an den Aktienmärkten („AI-Bewertungsblase“) folgen mit 23 Prozent, und danach (mit 20 Prozent) ähnliche Übertreibungen an den Kreditmärkten („Verschuldungskrise“). Die Diskussion um die Unabhängigkeit der US-Zentralbank erscheint in diesem Jahr neu mit 14 Prozent der Antworten auf Platz vier der Auswahlmöglichkeiten. (DFPA/mb)
Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V. (DVFA) ist die Standesorganisation der Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten. Der Verband hat rund 1.500 Mitglieder. Er engagiert sich für die Professionalisierung des Investment-Berufsstandes, erarbeitet Standards und fördert den Finance-Nachwuchs. Der Verband ist international verankert.
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