EIB-Leitfaden: Neue Standards für Public-Private Partnerships
Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat einen aktualisierten Leitfaden für Public-Private Partnerships (PPP) vorgelegt und stellt dabei insbesondere Klimaaspekte stärker in den Mittelpunkt. Die 2026 veröffentlichte Handreichung soll Behörden in EU-Staaten helfen, Infrastrukturprojekte effizienter zu planen, zu finanzieren und umzusetzen.
Public-Private Partnerships (PPP) sind langfristige Verträge, bei denen staatliche Stellen und private Unternehmen gemeinsam Infrastruktur oder öffentliche Dienstleistungen planen, finanzieren und betreiben, wobei Risiken und Aufgaben zwischen beiden aufgeteilt werden. Ziel ist es, öffentliche Dienstleistungen effizient bereitzustellen und dabei den gesamten Lebenszyklus eines Projekts zu berücksichtigen.
Neu im Leitfaden ist vor allem die stärkere Integration von Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen. Diese seien „Priorität und Notwendigkeit“, heißt es im Bericht. Öffentliche Auftraggeber sollen bereits in frühen Projektphasen prüfen, wie sich Klimarisiken auswirken und welche Anpassungen erforderlich sind.
Der Leitfaden strukturiert den Projektablauf in vier Phasen: von der Identifikation über Vorbereitung und Vergabe bis zur Umsetzung. In jeder Phase werden zentrale Anforderungen wie Wirtschaftlichkeit, Finanzierbarkeit und Risikoverteilung hervorgehoben. Eine gründliche Vorbereitung sei entscheidend, um spätere Kostensteigerungen und Fehlentwicklungen zu vermeiden.
Zugleich warnt die EIB vor finanziellen Fehlannahmen. PPP-Projekte seien nicht „kostenlos“, auch wenn sie privat finanziert würden. Letztlich müssten entweder Steuerzahler oder Nutzer für die Leistungen aufkommen.
Der Leitfaden richtet sich vor allem an Behörden ohne umfangreiche PPP-Erfahrung und versteht sich als praxisnahes Referenzwerk für Planung und Entscheidungsprozesse. (DFPA/abg)
Den vollständigen Report finden Sie zum Download hier.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Sie vergibt Mittel für solide Investitionen, die den Zielen der EU dienen. Ihre Schwerpunkte sind Klima und Umwelt, Entwicklung, Innovation und Wissen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Infrastruktur und Kohäsion. Die EIB arbeitet eng mit anderen EU-Einrichtungen zusammen, um die europäische Integration voranzubringen, die Union weiterzuentwickeln und die EU-Ziele in über 140 Ländern weltweit zu fördern.