Immobilienfinanzierer haben in den vergangenen zehn Jahren ihre Präferenzen hinsichtlich der finanzierten Nutzungsarten geändert. Der Finanzierungsspezialist für Immobilienprojekte BF.direkt erhebt diese Informationen – in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus [nbsp]Bulwiengesa – im Zuge des „BF.Quartalsbarometers.“ Dort wird den Finanzierern regelmäßig die Frage gestellt, welche Nutzungsarten sie finanzieren. Die Zeitreihe reicht zurück bis 2015.
Bestandsbüroimmobilien waren lange Zeit die beliebteste Nutzungsart unter den Finanzierern und wurden von mehr als 90 Prozent der Institute finanziert. Dies änderte sich zu Beginn 2023, als der Wert deutlich sank und 76 Prozent erreichte. Seit einigen Quartalen pendelt der Anteil der Befragten, der Büro finanziert, zwischen 70 Prozent und rund zwei Dritteln.
Auch bei bestehenden Handelsimmobilien gab es einen deutlichen Rückgang in den vergangenen zehn Jahren. Allerdings kam die Zäsur etwas früher. Bis zum Beginn der Corona-Pandemie (erstes Quartal 2020) waren in der Regel zwischen 60 und 80 Prozent der Befragten bereit, Handelsimmobilien zu finanzieren. Im ersten Quartal 2020 kam ein jäher Einbruch, seitdem pendelt der Wert um die 40 Prozent, wobei der Tiefststand im ersten Quartal 2024 mit 32,6 Prozent erreicht wurde. Eine Erholung auf alte Höhen zeichne sich nicht ab.
Neben Büro war das Wohnsegment mit über 90 Prozent über einen langen Zeitraum das beliebteste Segment bei den Finanzierern. Doch auch Bestandsimmobilien der Nutzungsart Wohnen musste Federn lassen – allerdings nicht so stark wie das Bürosegment. Seit dem letzten Quartal 2023 bewegt sich der Wert zwischen 80 und 90 Prozent. Sehr volatil war die Finanzierungsbereitschaft bei Hotelimmobilien. In der Zeit vor der Pandemie waren teilweise mehr als 60 Prozent der Befragten bereit, Hotelimmobilien zu finanzieren. Dieser Wert brach in der Pandemie auf unter 20 Prozent ein. Seitdem gibt es allerdings eine deutliche und kontinuierliche Zunahme der Finanzierungsbereitschaft. In den ersten beiden Quartalen 2025 gaben sogar wieder mehr als 50 Prozent an, Hotelimmobilien zu finanzieren.
Etwas anders verlief die Entwicklung bei Logistikimmobilien. Der Anteil der Banken, die Logistik finanzieren, stieg von 2015 von knapp 60 Prozent kontinuierlich an und erreichte während der Pandemiezeit immer wieder mehr als 80 Prozent. Allerdings ist der Stern seit Beginn 2023 etwas im Sinken begriffen und der Wert bewegt sich langsam, aber kontinuierlich wieder in Richtung der 60-Prozent-Marke. (DFPA/mb)
Die BF.direkt AG ist unabhängiger Spezialist für die Finanzierung wohnwirtschaftlicher und gewerblicher Immobilienprojekte.