Einordnung: Der Einfluss des US-Iran-Konflikts auf die Finanzmärkte
„Die Eskalation im USA-Iran-Konflikt ist derzeit das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Wir sehen dabei insgesamt plausible und konsistente Reaktionen: Globale Aktien geben moderat nach, während Öl, Gas und Gold deutlich zulegen. Anleiherenditen bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen der Flucht in Sicherheit und wachsenden Inflationssorgen infolge der steigenden Energiepreise“, ordnet Michael Hünseler, Chief Investment Officer der LBBW AM, den Einfluss des US-Iran-Konflikts auf die Finanzmärkte ein.
„Der Ölpreis stellt die Weichen für die weitere Marktdynamik. In unserem Basisszenario gehen wir von einem verkraftbaren Anstieg aus. Die Bandbreite ist allerdings groß, abhängig von der Entwicklung im Mittleren Osten: von rund 65 US-Dollar bei keiner weiteren signifikanten Konfrontation, etwa 80 US-Dollar bei der Intensivierung des Konflikts bis hin zu 110 US-Dollar, falls die Straße von Hormus zeitweise geschlossen würde. In einem Regimewechsel-Szenario sehen wir einen Korridor von 60 US-Dollar (geordnet, drei bis sechs Monate) bis 70 US-Dollar (ungeordnet).“
Für die Positionierung sei wichtig, wie sich die aktuelle Situation im Markt widerspiegele. „Trotz der Belastung sehen wir bislang eher Rotationen statt Liquidationen – das ist in Stressphasen ein konstruktiver Unterschied. Zudem werden Aktienmärkte von einer zunehmenden Breite unterstützt. Die Abhängigkeit von Mega-Caps ist zwar weiterhin hoch, nimmt aber graduell ab. In diesem Umfeld bleiben Branchen- und Titelselektion zentral“, so Hünseler. Eine ausgewogene Allokation über Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Währungen hinweg – kombiniert mit einer konsequenten Diversifikation – sei ein effizienter Schutz gegen exogene Schocks. Wie stark Anleihen in diesem Umfeld stabilisieren, hänge dabei wesentlich davon ab, wie stark ein höherer Ölpreis den Inflationsdruck steigert. (DFPA/mb)
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