Energiebranche gespalten bei Energiewende und Ölnachfrage
Die Energie- und Rohstoffbranche ist bei zentralen Zukunftsfragen tief gespalten. Das zeigt eine internationale Führungskräftebefragung der Unternehmensberatung Bain & Company unter mehr als 800 Managern.
Während viele Unternehmen weiter in fossile Technologien investieren, gehen die Erwartungen zur Ölnachfrage auseinander. Europäische Führungskräfte rechnen häufig mit einem Höhepunkt vor 2035, nordamerikanische dagegen überwiegend erst nach 2050. Gleichzeitig investiert in Europa mehr als die Hälfte der Unternehmen einen erheblichen Teil ihres Kapitals in die Energiewende, in Nordamerika nur etwa ein Viertel.
„Führungskräfte priorisieren weiterhin Wettbewerbsfähigkeit, den Zugang zu bezahlbarer und verlässlicher Energie sowie die Reduzierung von Emissionen“, sagte Bain-Partner Franz-Robert Klingan. Zugleich wachse der Konsens, dass sich globale Klimaziele verzögern könnten. Die Energiewende bleibe komplex und stark von geopolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig.
Weltweit erwarten zwei Drittel der Befragten in den kommenden Jahren mehr Restrukturierungen und Portfolioanpassungen. Steigende Kosten, Marktvolatilität und intensiver Wettbewerb erhöhten den Druck auf Unternehmen.
Zunehmend prägt auch Künstliche Intelligenz die Branche. Zwar testen viele Unternehmen entsprechende Anwendungen, doch nur ein Viertel setzt sie bereits im großen Maßstab ein. Gleichzeitig treibt KI den Strombedarf deutlich nach oben. Unternehmen reagieren darauf unter anderem mit Investitionen in Netze, Speicher und Partnerschaften mit Technologiekonzernen.
„Entscheidend sind ein klar fokussiertes Portfolio und die Flexibilität, mit anhaltender Volatilität umzugehen“, betonte Klingan. (DFPA/abg)
Bain & Company Inc. ist ein Managementberatungsunternehmen mit Sitz in Boston. Das 1973 gegründete Unternehmen unterhält 65 Büros in 40 Ländern.