EU ringt um ESG-Reformen
Die internationale Klimapolitik steht vor tiefgreifenden Umbrüchen. Für Investoren bedeutet das laut Metzler Asset Management eine Phase der Unsicherheit: Klimabezogene Anlagestrategien müssten überprüft und Szenarien angepasst werden, meinen Dr. Philipp Finter, ESG Integration & Research, und Daniel Sailer, Leiter Sustainable Investment Office, Metzler Asset Management GmbH.
Die USA haben sich Anfang 2025 überraschend aus dem Pariser Klimaabkommen sowie dem UN-Klimarahmenübereinkommen zurückgezogen. Damit fallen zentrale Klimahilfen wie Beiträge zum Green Climate Fund vorerst weg, nationale Förderprogramme wurden teilweise eingestellt. Auf dem Weltklimagipfel COP 30 im November könnten die globalen Klimaziele neu verhandelt werden.
Parallel dazu kämpft die EU mit Reformen ihrer ESG-Regulierung. Neue Berichtspflichten wie durch die CSRD oder das EU-Lieferkettengesetz führen laut ifo-Institut zu steigender Bürokratiebelastung. Mit der „Omnibus-Initiative“ will die Kommission den Verwaltungsaufwand bis 2029 deutlich senken. Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, wie sich neue Vorhaben wie der „Clean Industrial Deal“ auf die Praxis auswirken.
Gleichwohl sehen Experten langfristig stabile Chancen in nachhaltigen Technologien wie erneuerbaren Energien oder Wasserstoff. Die weltwirtschaftliche Dekarbonisierung schreitet voran. Investitionen bieten langfristig attraktive Perspektiven, weil grüne Energieträger inzwischen kostengünstiger sind als fossile Ressourcen. Besonders europäische Unternehmen sollten ihren Transformationskurs beibehalten, um nicht von chinesischen Anbietern technologisch abgehängt zu werden, die bei vielen Transformationstechnologien bereits heute führend sind, so die beiden Experten. (DFPA/abg)
Die B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft ist eine Privatbank mit Sitz Frankfurt am Main. Das 1674 gegründete Unternehmen ist schwerpunktmäßig in den Geschäftsfeldern Vermögensverwaltung und Investmentbanking tätig.