Die Europäische Zentralbank (EZB) wird bei der morgen (18. März 2026) anstehenden Sitzung die Zinsen wohl unverändert bei 2,0 Prozent belassen. Das meint Niall Scanlon, Fixed Income Portfolio Manager bei Mediolanum International Funds.
Das entspräche auch den Erwartungen des Marktes. Was eine weitere ereignislose Sitzung unter dem Motto „Alles im Lot“ werden sollte, ist angesichts der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten jetzt allerdings von großer Relevanz. Für Anleger in Euro-Anleihen ist ausschlaggebend, wie die EZB das zunehmende Risiko eines Inflationsanstiegs gegen die wachsende Gefahr einer Wirtschaftsschwäche bewertet.
Die höheren Öl- und Gaspreise könnten die Inflation anheizen – und das bei einer ohnehin schon fragilen Wachstumsdynamik. Präsidentin Christine Lagarde wird wohl einen restriktiveren Ton anschlagen, insbesondere wenn im Hinblick darauf, wie wachsam die Währungshüter gegenüber den Inflationserwartungen sind. Jüngsten Aussagen von EZB-Vertretern zufolge wird die Notenbank nicht zögern, die Geldpolitik zu straffen, sollte der energiebedingte Preisdruck die Inflationserwartungen nachhaltig erhöhen.
Scanlon glaubt nicht, dass die EZB explizit eine bevorstehende Zinsänderung signalisieren wird und lediglich Wachsamkeit kommuniziert. Die Zentralbank hat zuvor erklärt, dass sie bereit ist, vorübergehende Abweichungen von ihrem Inflationsziel zu ignorieren. Dieser Ansatz dürfte auch für die jetzigen Energiepreisanstiege gelten – sofern diese als vorübergehend angesehen werden. Sollte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen, wird die EZB allerdings auch darauf bedacht sein, rechtzeitig einzugreifen, um nicht den Fehler von 2022 zu wiederholen. (DFPA/ljh)
Mediolanum International Funds Limited ist die irische Vermögensverwaltungsgesellschaft der Mediolanum Banking Group.
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