Ein globaler Handelskrieg ist in den Augen der Family Offices das größte Risiko in Bezug auf ihre Investments im Jahr 2025 – gefolgt von zentralen geopolitischen Konflikten und einer höheren Inflation. Um sich dagegen abzusichern, setzen Family Offices insbesondere auf ein aktives Management; weitere Strategien sind der Fokus auf Hedgefonds und selektiv auf Edelmetalle. Das geht aus dem „Global Family Office Report 2025“ des Vermögensverwalters UBS hervor.
Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von 317 Family Offices aus mehr als 30 Märkten, die ein Netto-Familienvermögen von im Durschnitt 2,7 Milliarden US-Dollar repräsentieren. Damit gilt der Bericht als umfassendste und aussagekräftigste Analyse dieser einflussreichen Investorengruppe.
Regional verlagert sich die Asset-Allokation der befragten Vermögensverwaltungen zunehmend nach Nordamerika und Westeuropa, wobei europäische Family Offices stark ihre Heimatregion bevorzugen. Einige Family Offices erhöhen gezielt ihre Gewichtung in Aktien und Anleihen aus Industrieländern, offenbar auf der Suche nach liquiden Chancen für Kapitalwachstum und Renditen in einem volatilen Umfeld. In der strategischen Asset-Allokation überwiegen klassische Anlageklassen (Aktien, Festverzinsliche Wertpapiere und Barmittel) mit einem Anteil von 56 Prozent. Auf alternative Anlageklassen wie Private Equity, Immobilien oder Hedgefonds entfallen 44 Prozent In Europa liegt das Verhältnis bei 51 Prozent zu 49 Prozent.
„Die Angst vor einem globalen Handelskrieg in den nächsten zwölf Monaten prägt die Strategien europäischer Family Offices. Auch mit Blick auf die nächsten fünf Jahren stehen Folgerisiken wie eine weltweite Rezession, eine globale Schuldenkrise oder die Eskalation geopolitischer Konflikte im Fokus“, sagt Tobias Vogel, CEO UBS Europe. „In diesem unsicheren Umfeld gewinnt aktives Management an Bedeutung: 61 Prozent der Family Offices in Europa verwalten ihre Aktienpositionen inzwischen aktiv – ein klarer Trend zur Risikostreuung durch Flexibilität. Hedgefonds und gezielte Allokationen in Edelmetalle ergänzen diesen strategischen Kurs.“
„Trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Turbulenzen bleiben Family Offices ihren langfristigen Strategien treu. Sie setzen konsequent auf Diversifikation, Renditeoptimierung und gezielte Engagements in strukturelle Wachstumsthemen wie generative KI, Gesundheitswesen und Elektrifizierung“, sagt Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege der UBS in Deutschland. „Gleichzeitig ist eine spürbare Veränderung der Portfoliostruktur zu beobachten. Bargeldbestände sinken und Aktienallokationen steigen – insbesondere in etablierten Märkten wie USA und Europa. Auch Private Debt gewinnt spürbar an Gewicht, genau wie Investitionen in Anleihen.“
Auf die Frage nach Risiken für ihre finanziellen Ziele in den nächsten zwölf Monaten nennen mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Family Offices einen Handelskrieg. Auf den weiteren Plätzen folgen größere geopolitische Konflikte (52 Prozent) und eine höhere Inflation. Mittelfristig, mit Blick auf die kommenden fünf Jahre, sehen die Befragten insbesondere einen größeren geopolitischen Konflikt als Risiko für ihre finanziellen Ziele (61 Prozent), gefolgt von einer weltweiten Rezession (53 Prozent) sowie einer Schuldenkrise (50 Prozent). (DFPA/mb)
UBS ist ein globaler Wealth Manager sowie Universalbank in der Schweiz. UBS hat den Hauptsitz in Zürich und ist in mehr als 50 Ländern präsent.