Finanzberater werden zu großen Bitcoin-Käufern
Quartalsweise erscheinen die „13F Filings“, ein Pflichtbericht, den institutionelle Investoren in den USA bei der Securities and Exchange Commission (SEC) einreichen müssen. Matthew Kimmel, Digital Asset Analyst bei dem Krpto-Vermögensverwalter Coinshares, hat die aktuelle Veröffentlichung zum Anlass genommen, die Kryptobestände führende amerikanischer institutioneller Institutionen zu analysieren
Die wichtigsten Erkenntnisse laut Kimmel: Finanzberater halten inzwischen das Äquivalent von 167.274 Bitcoins (BTC) und stellen damit die größte Gruppe professioneller Investoren in US-Bitcoin-ETF dar (54 Prozent aller von „13-F-Filern“ gemeldeten Positionen).
Die professionellen Bestände insgesamt erholten sich im zweiten Quartal 2025 um 57 Prozent auf 33,4 Milliarden US-Dollar. Damit übertrafen sie sowohl das Bitcoin-Kurswachstum von knapp 29 Prozent als auch das Wachstum des breiteren ETF-Marktes von 45 Prozent. Die Veränderungen bei den führenden Institutionen fielen gemischt aus: JPMorgan (plus 203 Millionen US-Dollar), Morgan Stanley (minus 312 Millionen US-Dollar), Goldman Sachs (minus 377 Millionen US-Dollar), Blackrock (plus 475 Millionen US-Dollar), Wells Fargo (plus 148 Millionen US-Dollar).
Zwischen Bullenmarkt, staatlichen Maßnahmen und den massiven Kapitalzuflüssen von MicroStrategy-ähnlichen Unternehmen (nun Strategy) blieb bisher wenig Raum für andere Branchenschlagzeilen. Doch eine stille, ermutigende Entwicklung im Hintergrund sei das wachsende Bitcoin-Engagement von Finanzberatern über US-Spot-Bitcoin-ETF. Laut den jüngsten „13-F“-Meldungen bei der SEC halten registrierte Investmentberater mit mehr als 100 Millionen US-Dollar unter Verwaltung nun das Äquivalent von 167.000 BTC – ein Anstieg von über 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Laut Kimmel beeindruckende Zahlen – doch immer öfter gelte die Einschätzung, dass diese Form der Unternehmensadoption nur vorübergehend sein dürfte. Die Aufnahme von Kapital über die Märkte, SPAC-Modelle mit Einzelspezialisierung oder die Wiederbelebung von „Zombie-Unternehmen“ dürften nicht dauerhaft Bestand haben. Kurzfristig wirkw diese Entwicklung zwar bedeutend, aber ein nachhaltiger Trend wäre eher, wenn Unternehmen langfristig einen Teil ihrer operativen Gewinne in Bitcoin umleiten.
Der weitaus belastbarere und langfristig wohl wirkungsvollere Trend sei die strukturelle Integration von Bitcoin-ETF in Vermögensverwaltungskanäle. Dass Berater dauerhaft eine kleine, aber feste Allokation ihrer Kundenportfolios in Bitcoin aufnehmen, wäre ein großer Schritt in Richtung Reife bei der Nutzung als Wertspeicher. Der daraus resultierende Nebeneffekt einer stabilen, passiven Nachfrage nach einem knapp bemessenen Gut sei für Investoren positiv – ähnlich wie die Rolle von Gold als Standardallokation im Alternatives-Bereich. (DFPA/mb)
Coinshares ist ein börsennotiertes Handels- und Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Jersey ist in Frankreich, Schweden, Großbritannien und den USA vertreten.