Finanzindikator: Aufschwungshoffnungen vor geopolitischer Drohkulisse
Die jüngste Eskalation im Nahostkonflikt trifft auf steigende Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. Der „Deka-S-Finanzindikator“ erreichte im zweiten Quartal 2025 mit 108 Punkten ein Allzeithoch. Der Finanzklimaindex wird seit zwei Jahren von der Dekabank und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erhoben. Befragt werden Sparkassenvorstände zur Entwicklung der Kapitalmärkte und der Konjunktur.
Die Sparkassen in Deutschland verzeichnen in ihren Geschäftsgebieten eine bessere Geschäftslage ihrer Unternehmenskunden als zu Beginn des Jahres. Noch stärker haben sich die Erwartungen auf eine zukünftige konjunkturelle Belebung verstärkt.
Die beherrschenden Wirtschaftsthemen des zweiten Quartals lagen in der Außenwirtschaftspolitik der neuen US-Regierung unter Präsident Trump. Weiterhin sehen die Sparkassenvorstände die neuen Handels-beschränkungen als Bürde für die deutsche Wirtschaft. Dies umso mehr, je stärker der Industrieanteil im jeweiligen Geschäftsgebiet ausgeprägt ist.
Die Ausgabenpläne der neuen Bundesregierung werden nur halb als Ausgleich gesehen: Ihre positiven Effekte auf die lokale Wirtschaft werden überwiegend als schwach eingeschätzt. Eine Wende zum Besseren ist daher nicht gleichbedeutend mit dem Ende der Wirtschaftsprobleme in Deutschland, zumal die Optimisten unter den Befragten nur leicht in der Mehrheit sind. Aber ein Anfang zur Überwindung der jahrelangen Stagnation sei gemacht. (DFPA/mb)
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) ist der Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe. Er vertritt die Interessen der 342 Sparkassen, der Landesbanken-Konzerne und der Dekabank sowie von fünf Landesbausparkassen, neun Erstversicherergruppen der Sparkassen und zahlreichen weiteren Finanzdienstleistungsunternehmen. Sitz des Verbandes ist Berlin.