Finnland und EU starten zwei-Milliarden-Euro-Programm zur Digitalisierung in Schwellenländern
Die finnische Entwicklungsfinanzinstitution Finnfund und die Europäische Union haben ein neues Finanzierungsprogramm aufgelegt, das bis zu zwei Milliarden Euro für digitale Infrastruktur und digitale Dienstleistungen in Afrika, Asien und Lateinamerika mobilisieren soll. Die Initiative ist Teil der Global-Gateway-Strategie der EU und stellt die bislang größte EU-Garantie im digitalen Sektor dar.
Kern des Programms ist die EU-Finnfund Global Connected Guarantee, unter der die EU Garantien in Höhe von 222 Millionen Euro für Investitionen von Finnfund bereitstellt. Weitere 13 Millionen Euro fließen in die Vorbereitung neuer Projekte. Durch das Programm verdoppelt Finnfund sein Investitionsvolumen im Rahmen des EFSD+-Garantieinstruments, das als zentrales Finanzierungswerkzeug des Global Gateway dient.
Nach Angaben von Finnfund umfasst der potenzielle Investitionskatalog unter anderem Glasfaser- und Unterseekabel, Rechenzentren, mobile Bezahlsysteme sowie Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz. Auch finnische Unternehmen sollen profitieren, indem sie Technologien und Dienstleistungen für Projekte in Schwellenländern liefern können. Investitionen in finnisch geführte Unternehmen vor Ort sind ebenfalls möglich.
Für Finnfund ist Digitalisierung bereits heute ein zentraler Baustein der Impact-Strategie. Heikki Cantell, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Finnfund und General Counsel der Nordischen Investitionsbank, betonte, digitale Teilhabe sei ein wesentlicher Treiber wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung: „Digitaler Zugang ermöglicht gleiche Chancen – von Unternehmertum bis Justiz.“
Finnfund-CEO Jaakko Kangasniemi hob die strategische Bedeutung hervor: „Die Überwindung der digitalen Kluft ist eine Wachstumschance für finnische Expertise und zugleich ein direkter Wirkungshebel.“ Jede Investition werde weiterhin einer strengen Due-Diligence-Prüfung unterzogen, ergänzt Cantell.
Finnlands Premierminister Petteri Orpo bezeichnete das Programm als bislang bedeutendsten finnischen Beitrag zur Global-Gateway-Initiative. Es eröffne „greifbare Chancen für finnische Unternehmen“ und unterstreiche die wachsende Bedeutung digitaler Infrastruktur für nachhaltige Entwicklung. (DFPA/abg)
Finnfund ist eine finnische Entwicklungsfinanzinstitution und Impact-Investorin mit 45 Jahren Erfahrung in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie stellt Risikokapital, langfristige Darlehen und Mezzanine-Finanzierungen bereit und unterstützt Unternehmen, die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklungsziele verfolgen. Schwerpunkte sind erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Finanzinstitutionen sowie digitale Infrastruktur und Lösungen. Finnfund investiert sowohl in etablierte Unternehmen als auch in Neugründungen und legt dabei besonderen Wert auf messbare Entwicklungswirkungen.