FPSB: Zehn Trends verändern das Private Banking grundlegend
Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche führen nach Einschätzung des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) zu einem tiefgreifenden Wandel im Private Banking. Vorstand Maximilian Kleyboldt hat zehn zentrale Trends identifiziert, die Beratung, Geschäftsmodelle und Qualifikationsanforderungen in der Vermögensbetreuung nachhaltig verändern.
Im Zentrum stehe die ganzheitliche Finanzplanung, erklärte Kleyboldt, der neben seiner Vorstandstätigkeit beim FPSB Deutschland auch im Wealth Planning einer Privatbank tätig ist. Künftig reiche es nicht mehr aus, einzelne Wertpapierportfolios zu steuern. Gefragt seien umfassende Vermögensbilanzen, strategische Asset-Allokationskonzepte über liquide und illiquide Vermögenswerte hinweg sowie simulationsgestützte Szenarioanalysen. Der Berater entwickle sich stärker zum langfristigen Vertrauenspartner.
Zugleich gewinne die strukturierte Vermögensberatung an Bedeutung. Dabei gehe es um die optimale rechtliche und steuerliche Einbettung von Privat- und Gesellschaftsvermögen – von klassischen Privatdepots über Kapitalgesellschaften bis hin zu Stiftungsmodellen. Wissenschaftlich fundierte Allokationsmodelle, die auch Private Markets und alternative Anlagen einbeziehen, würden zum Differenzierungsmerkmal.
Technologie verändere das Kundenerlebnis, ersetze jedoch nicht die persönliche Beratung. Digitale Analyseinstrumente, KI-gestützte Prozesse und Omni-Channel-Kommunikation erhöhten Transparenz und Effizienz. Gerade im Private Banking bleibe der menschliche Faktor entscheidend, während im Retailgeschäft KI stärker in Produkte und Abläufe integriert werde.
Als strategisch bedeutsam bezeichnet der Verband zudem die Nachfolge- und Generationenberatung. Angesichts der anstehenden Vermögensübertragungen komme Estate Planning und Family Governance eine Schlüsselrolle zu. Parallel etabliere sich die vermögende NextGen-Generation als eigenständige Zielgruppe mit hohen Ansprüchen an Nachhaltigkeit, digitale Lösungen und Sinnorientierung.
Auch thematisch verschieben sich Schwerpunkte. Während sich bei ESG-Anlagen eine gewisse Ernüchterung zeige, bleibe wirkungsorientiertes Investieren gefragt. Blockchain-basierte Anlagen und Krypto-Assets würden zunehmend als Beimischung diskutiert, erforderten jedoch spezielles Risikomanagement. Zudem rückten Private Equity, Infrastruktur und Private Debt stärker in den Mainstream.
Steigende Komplexität führe nach Einschätzung des FPSB zu höheren Anforderungen an die Qualifikation von Beratern. Internationale Zertifizierungen wie CFP® oder CFEP® gewännen an Bedeutung. Wealth-Planning-Einheiten mit spezialisierter Expertise könnten die Beratungsqualität erhöhen und Banken als strategische Gesamtberater positionieren. (DFPA/abg)
Der Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) mit Sitz in Frankfurt am Main ist seit 1997 Mitglied im internationalen Netzwerk des FPSB Financial Planning Standards Board Ltd., dem weltweiten Zusammenschluss aller nationalen CFP-Organisationen.